Alle News

Gärtnerbörse: Warum wirken Spritzmittel nicht?

, erstellt von

Aus der gärtnerischen Praxis kommen zunehmend Klagen, dass Schaderreger, die auf der Blattunterseite leben, nicht mehr wirksam bekämpft werden können. Ursache sind aber mitnichten nur Resistenzen, wie die neue Ausgabe der Gärtnerbörse, dem Magazin für den Zierpflanzenbau, meldet.

Der Anbau von Beet- und Balkonpflanzen ist einer der Schwerpunkte der Gärtnerbörse 1/2021. Foto: Haymarket Media

Jahrelange Untersuchungen von Pflanzenschutz-Spezialisten

Jahrelange Untersuchungen einer Arbeitsgruppe von Pflanzenschutz-Spezialisten aus mehreren Bundesländern zeigen demnach: Die herkömmliche handgeführte Spritze im Zierpflanzenbau wird den sich ändernden Rahmenbedingungen nicht mehr genügen können. Ergebnisse der besagten, umfangreichen Versuchsreihe zeigen: Bei verschiedenen herkömmlichen Spritzdüsen wurden blattoberseits zwar ähnliche Wirkstoffmengen nachgewiesen, in keiner Variante war aber ein nennenswerter Belag auf den Blattunterseiten messbar – und zwar unabhängig davon, welche Düse verwendet oder ob ein Netzmittel zugesetzt wurde.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass bei herkömmlichen Spritzungen von oben so gut wie kein Wirkstoff auf der Blattunterseite ankommt. Noch kann der Gärtner dieses Problem umgehen, indem er systemische oder zumindest tiefenwirksame Wirkstoffe einsetzt, die innerhalb des Blattes an die Unterseite transportiert werden. Verwendet er jedoch reine Kontaktwirkstoffe, hat er kaum eine Chance, blattunterseits lebende Schaderreger zu bekämpfen. In einer weiteren Phase wurde geprüft, ob bestimmte Düsentypen einen Einfluss auf die Wirkstoffanlagerung haben. Die Ergebnisse der Versuchsreihe lesen Sie ab Seite 58 in der neuen Gärtnerbörse.

Tool bestimmt Nachhaltigkeit in der Topfpflanzenproduktion

Wie misst man eigentlich Nachhaltigkeit in der Topfpflanzenproduktion? Gemeinsam mit 13 Produktionsbetrieben und drei Handelsunternehmen als Leadpartner „Nachhaltige Topfpflanzenproduktion“ hat die Hochschule Rhein-Waal in den vergangenen drei Jahren das in der Landwirtschaft existierende Bewertungssystem „Risponse-Inducing Sustainability Evaluation“, kurz „RISE“, an den Gartenbau angepasst. Insgesamt wurden 70 Indikatoren aus den drei Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales mittels wissenschaftlicher Analysen, Experteninterviews und Workshops an den Gartenbau adaptiert. Entstanden ist ein Tool, das einem Produktionsbetrieb in Form eines sogenannten „Nachhaltigkeitspolygons“ erlaubt, auf einen Blick zu erkennen, an welchen Stellen er bereits besonders nachhaltig ist und wo er sich verbessern kann und noch Handlungsbedarf besteht.

Weitere spannende Themen in der neuen Gärtnerbörse

Zudem geht es in Gärtnerbörse 1/2021 auch um aktuelle Marktthemen:

  • Gärtner verraten ihre Erwartungen an die Beet- und Balkonpflanzen-Saison 2021
  • ein Produktionsbetrieb, der die Beet- und Balkonpflanze des Jahres 2021 im Norden kultiviert, stellt sich vor

Außerdem berichten verschiedene Vermarkter und Anbauer davon, dass der Anbau und Markt für Bio-Beet- und Balkonpflanzen langsam, aber stetig zunimmt – eine Tendenz, die nicht zuletzt auch die Corona-Krise vielleicht ein bisschen befeuert hat.

► Gärtnerbörse 1/2021 erscheint am 16. Januar. Einzelhefte, (Probe-)Abos und E-Paper sind in unserem Online-Shop abrufbar.

Cookie-Popup anzeigen