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Gärtnerei setzt auf Erdbeeren statt Schnittblumen

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Als kleiner Schnittblumen-Erzeuger „mal eben“ von Gerbera auf Erdbeeren umstellen und damit nicht nur neue Produktions-, sondern auch neue Absatzwege beschreiten – und das mitten im laufenden Betrieb, ohne Netz und doppelten Boden? Klaus Timmann ist mit seiner Gärtnerei in Hamburg-Bergedorf das Wagnis eingegangen.

Die Gärtnerei Timmann hat einen Teil ihrer Produktionsflächen von Gerbera auf Erdbeeren umgestellt. Die Früchte produziert er für den regionalen Handel. Foto: Klaus Timmann

Rahmenbedingungen für Schnittblumen immer ungünstiger

2011 hatte Timmann die elterliche Gärtnerei übernommen und bisher hauptsächlich Schnittblumen produziert: Rosen, Gerbera, Frühjahrsschnitt (Myosotis, Ranunkeln), Schnittgrün (Farn, Carex, Zimt) und Stauden wie Paeonien, Alchemilla und Campanula sowie Gehölze wie Hagebutten, Kirschlorbeer und Hypericum.

Vor zwei Jahren wurde ihm klar: So wie bisher geht es nicht weiter. „Nicht nur das Kaufverhalten am Großmarkt hat sich verändert, auch die gesamte Schnittblumen-Kultur“, erklärt Timmann. Besonders die Gerbera sei beim Verbraucher immer weniger beliebt, so wie es vor Jahren der Nelke passiert war. Auch sonst seien für Schnittblumen-Produzenten die Rahmenbedingungen immer ungünstiger geworden.

Initialzündung für Neuausrichtung auf der IPM

Auf die immer dünnere Gewinnspanne hatte die Gärtnerei Timmann bisher immer bloß re-agiert: mit gehorsamem Eingehen auf Kundenwünsche, mit noch mehr Anstrengungen und Extrawünschen. „Auf 3.500 Quadratmetern Gerbera hatten wir zuletzt über 80 Sorten! Wir haben viel Energie verbrannt.“

Heute ist Timmann davon überzeugt, dass das der falsche Weg war: immer nur reagieren und hinter den Ereignissen herlaufen, statt den Markt aktiv zu gestalten.

2017 kam dann die Initialzündung für eine Neuausrichtung: Klaus Timmann ging über die IPM und wurde magisch angezogen von Erdbeeren auf Substratkultur. Er kam in Kontakt mit dem unter anderem auf Erdbeeren spezialisierten Beratungsteam Delphy und war sofort Feuer und Flamme: Umstellen auf Erdbeeren!

Gärtnerische Startschwierigkeiten und kleinere Fehler

Zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2019 hat Timmann 2.600 Quadratmeter seiner Produktionsfläche auf die Erdbeersorten ‘Clery’, ‘Elsanta’, ‘Ines’ und ‘Magnum’ umgestellt. Seitdem produziert er die leckeren Früchte für den regionalen Handel.

Die Umstellung der Produktion hat nicht aus dem Stand geklappt, wie fast immer, wenn man Neues wagt, eine neue Kultur mit geringen Erfahrungswerten. Es gab ein paar gärtnerische Startschwierigkeiten und kleinere Fehler, die aber inzwischen überwunden sind.

Mehr zu Klaus Timmann und seiner Umstellung von Schnittblumen- auf Erdbeer-Produktion lesen Sie in der TASPO 13/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.