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Gärtnersiedlung Anholt: Saintpaulia, Peperomia und Co.

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Dirk und Frank Häusler leiten einen Topfpflanzen-Betrieb mit einer Fläche von rund 1,6 Hektar unter Glas in der Gärtnersiedlung in Isselburg-Anholt. Die Eltern der beiden Brüder starteten dort mit 1.000 Quadratmeter. Von Gemüse schwenkten sie schnell auf Schnittblumen um, bevor erste Topfpflanzen dazukamen.

Frank (l.) und Dirk Häusler haben 1997 eine GbR zur gemeinsamen Betriebsführung gegründet. Foto: privat

Boom bei Usambaraveilchen Mitte der 90er Jahre vorbei

Im Betrieb wuchsen Iris, Anthurien, Tulpen, großblumige Chrysanthemen und bis Ende der 1970er-Jahre Gerbera in Beet-Kultur. „Parallel zu den Gerbera zogen Saintpaulien als erste Topfpflanzen ein. Die Stückzahlen erreichten damals rund 1,5 Millionen Töpfe pro Jahr“, sagt Dirk Häusler, der mit seinem Bruder Frank 1997 eine GbR zur gemeinsamen Betriebsführung gründete. Der Boom bei Usambaraveilchen war Mitte der 1990er Jahre vorbei. Die Stückzahlen gingen immer weiter zurück, heute sind es rund 300.000.

Rund 15 bis 20 Sorten sind heute im Angebot, meist Holtkamp-Sorten und sogar eigene Typen. „Während vor rund 25 Jahren vor allem die violetten Sorten gefragt waren, ist ihr Anteil heute von 50 bis 70 auf 15 bis 20 Prozent gesunken“, so Häusler. Vor allem bei jungen Kunden wurden rosafarbene und zweifarbige Sorten immer beliebter. „Während wir durch verbesserte Züchtungen die Kultur im Griff haben, können Saintpaulien im Verkauf empfindlich reagieren.“

Häuslers erweitern Kultur von Efeu, Muehlenbeckia und Peperomia

Mit dem Rückgang bei Usambaraveilchen wurde die Kultur von Efeu erweitert, heute sind es rund 150.000 Stück. Daneben bauen die beiden Brüder zwei Kulturen kontinuierlich aus. So zählt Muehlenbeckia im 11-cm-Topf seit rund zehn Jahren zur Ganzjahreskultur. Rund zwei Drittel werden im Frühjahr vermarktet. Mit der gelblaubigen ‘Golden Girl’ haben die Häuslers sogar eine eigene Sorte entwickelt, für deren Vermehrung Lizenzgebühren fällig werden.

In kurzer Zeit ausgeweitet wurde die Kultur von Peperomia, die im Jahr 2000 in das Sortiment eingezogen sind. Sechs Sorten stehen zur Auswahl. Mit den Zwergpfeffer-Sorten lassen sich sehr gut Mix-Kisten packen, etwa mit Crassula und Pilea, die vor allem im Cash-and-Carry-Verkauf gut laufen. Die Landgard Cash-and-Carry-Märkte gehören zu den Hauptabsatzmärkten. Zudem wird der Topfpflanzen-Uhrverkauf in Herongen regelmäßig beliefert und es gibt Großhandelskunden.

Jeder Bruder betreut einen Betriebsteil

Nach einigen Erweiterungen konnte der Stammbetrieb in der Gärtnersiedlung nicht mehr vergrößert werden und so bauten die Häuslers 1987 rund einen Kilometer entfernt einen zweiten Betriebsteil mit 8.000 Quadratmeter Fläche. Jeder der Brüder betreut einen Betriebsteil, beide sind über alle Vorgänge und über das rund 20 Mitarbeiter große Team informiert und können sich auf Abruf vertreten.

► Weitere Betriebsporträts und Beiträge aus dem Zierpflanzenbau lesen Sie regelmäßig im Fachmagazin Gärtnerbörse.

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