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Gärtnersiedlung Gönnebek: ZVG im Dialog mit Europa-Abgeordneten

Zu einer gemeinsamen Betriebsbesichtigung in der Gärtnersiedlung Gönnebek haben sich Andreas Lohff, Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) und Präsident des Gartenbauverbandes Nord, sowie die EU-Referentin des ZVG, Julia Stark, mit dem schleswig-holsteinischen Europa-Abgeordneten der CDU, Reimer Böge, getroffen. Der Gartenbauverband Nord hatte bereits im Vorfeld sehr aktiv Europa-Abgeordnete zu Gesprächen und Besichtigungen von Gärtnereien und Gartencentern eingeladen. 

Betriebsinhaber Lars Kotzam (2. v. r.) konnte dem Europa-Abgeordneten Reimer Böge (CDU) (2. v. l.) die Herausforderungen des Gartenbaus anschaulich direkt vor Ort verdeutlichen. ZVG-Vizepräsident Andreas Lohff (r.) und ZVG-EU-Referentin Julia Stark (l.) beleuchteten außerdem die Anliegen und Auswirkungen der Abstimmungen auf europäischer Ebene für den deutschen Gartenbau. Foto: Elke Hielscher

So fand ein Austausch mit Ulrike Rodust (SPD) beim gemeinsamen Besuch im Buchwald Gartencenter statt. Britta Reimers (FDP) traf sich mit dem ZVG im Gartenbaubetrieb Kotzam.

Im Gespräch mit Britta Reimers dankte Vizepräsident Lohff der Europa-Abgeordneten noch einmal für ihr Engagement und ihre ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem ZVG in Brüssel. Reimers hatte sich unter anderem bei der Verordnung zu Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen als auch bei der Verordnung zu amtlichen Kontrollen als kompetente und an den Positionen des Gartenbaus interessierte Gesprächspartnerin gezeigt, meldet der ZVG. Offen waren Reimers und ihr Büro für die Anliegen des Gartenbaus auf europäischer Ebene. Dieser Eindruck habe sich beim gemeinsamen Gespräch am 6. Mai im Betrieb Kotzam bestätigt.

Auch Reimer Böge (CDU) nahm sich im Betrieb Kotzam mehr als zwei Stunden Zeit, um sich einen Eindruck über den Gartenbau in seinem Wahlkreis zu verschaffen. Inhaber Lars Kotzam berichtete während der Führung durch seine Gewächshäuser unter anderem von Problemen und neuen Entwicklungen bei Einsatz von Energie, Investitionsengpässen, Ausbildungsverhältnissen, Altersversorgung sowie Pflanzenschutz. Hier stieß er bei Böge und seiner Assistentin, Elke Hielscher, auf offene Ohren. Reimer Böge, selbst Diplom-Agraringenieur und Landwirt, konnte viele der Themen teilen und nachvollziehen, weshalb rege Diskussionen die Betriebsführung begleiteten.

ZVG-Vizepräsident Lohff und ZVG-EU-Referentin Stark sprachen daneben noch einmal die wichtigsten EU-Themen an und sensibilisierten für die Vielfältigkeit des Gartenbaus und dessen Eigenständigkeit neben der „klassischen“ Landwirtschaft bei vielen EU-Themen. Insbesondere EU-Regulierungen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stellen sich für den Gartenbau noch immer als problematisch dar. Dies berichtete auch Lars Kotzam aus der täglichen Praxis und betonte, dass unter anderem Betriebe in Dänemark nicht den gleichen Auflagen unterlägen wie er. Hier bildet die EU-Gesetzgebung noch immer einen Flickenteppich, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit im Binnenmarkt.

ZVG-Referentin Julia Stark bedankte sich für die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, insbesondere mit Blick auf die Abstimmungen in der letzten Plenumssitzung in Straßburg des amtierenden Parlamentes. Zugleich verdeutlichte sie, dass gerade bei den abgestimmten Berichten zu Pflanzengesundheit und amtlichen Kontrollen in 2. Lesung sowie in den Trilogverhandlungen mit dem Rat, Kompromisse bei den kritischen Artikeln nur in sehr geringem Umfang zugelassen werden dürften. Die Neubesetzung des Parlamentes dürfe nicht dazu führen, dass Erreichtes wieder aufgeweicht werde.

Schließlich berichtete ZVG-Vizepräsident Lohff über die Planungen zu einer Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) im Rahmen der 2. Säule der GAP und verdeutlichte, dass der Gartenbau die Stärkung der 2. Säule innerhalb der GAP-Reform begrüßt hatte. Über die Innovationspartnerschaften entwickelte sich das Gespräch hin zur Forschungsförderung für die Grüne Branche. Auch hier zeigte sich Reimer Böge interessiert, er würde es schätzen, wenn man nicht nur zu diesen Themen, sondern auch generell in Kontakt und stetem Austausch bliebe. (zvg)