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GaLaBau: „Es braucht mutige, langfristige Entscheidungen“

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Stabile Umsätze und gut gefüllte Auftragsbücher – entsprechend zuversichtlich blicken die deutschen Garten- und Landschaftsbau-Betriebe laut der aktuellen Frühjahrs-Konjunkturumfrage des BGL in die Zukunft. Die derzeitige Branchen-Situation sei jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen: Unter anderem der Klimawandel und die noch unklaren wirtschaftlichen Folgen von Corona stellen die Branche demnach vor große Herausforderungen.

Laut der BGL-Umfrage haben die Beschäftigten in den Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen derzeit alle Hände voll zu tun – sowohl mit Pflege-, als auch mit Neubau-Aufträgen sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Foto: BGL

Über 500 GaLaBau-Betriebe nehmen an BGL-Frühjahrsumfrage teil

Nachdem im vergangenen Jahr die Frühjahrsumfrage des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) aufgrund der damals neuen und schwer einzuschätzenden Pandemie-Situation ausgefallen war, befragte der BGL in diesem Frühjahr seine Mitglieder wieder nach deren Einschätzung zur wirtschaftlichen Situation und den Zukunftsaussichten für den GaLaBau. Beteiligt haben sich dem Verband zufolge mehr als 500 Betriebe, was über zwölf Prozent der BGL-Mitglieder entspricht.

Die Zukunftsaussichten für die Branche im aktuellen Geschäftsjahr schätzten laut BGL in diesem Frühjahr 98 Prozent der Umfrageteilnehmer mindestens als „befriedigend“ ein – womit die Ergebnisse in diesem Punkt genauso gut ausfallen wie im Herbst 2019 vor der Corona-Pandemie, während im vergangenen Herbst 96,5 Prozent diese Einschätzung geäußert hatten. Für den eigenen Betrieb stufen 97 Prozent der Befragten die wirtschaftlichen Aussichten im laufenden Geschäftsjahr als mindestens „befriedigend“ ein, führt der BGL weiter aus. 87 Prozent hätten in diesem Punkt sogar die Schulnoten „gut“ oder „sehr gut“ vergeben, was einer deutlichen Steigerung gegenüber dem vergangenen Herbst (82,4 Prozent) und dem Herbst 2019 (78,5 Prozent) entspricht.

Tendenz zu besseren Schulnoten bei Aussichten für eigenen Betrieb

Befragt nach den Aussichten für ihren Betrieb in den kommenden fünf Jahren, antworteten 95 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie diese für mindestens „befriedigend“ halten – genauso viele wie im Herbst 2019 (Herbst 2020: knapp 93 Prozent). Auch hier sei dem BGL zufolge eine Tendenz zu besseren Schulnoten auffällig – fast 70 Prozent der teilnehmenden Betriebe stuften in der aktuellen Frühjahrsumfrage die wirtschaftlichen Aussichten ihres Unternehmens in den nächsten fünf Jahren als „gut“ oder sogar „sehr gut“ ein – im vergangenen Herbst äußerten dies 66 Prozent der Befragten, im Herbst 2019 und somit vor Pandemie-Beginn waren es laut BGL sogar nur 62 Prozent.

Ähnlich fallen die Ergebnisse bei der Bewertung der Ertrags-/Gewinnsituation aus, wie der GaLaBau-Bundesverband weiter ausführt. In der aktuellen Frühjahrsumfrage sagten demnach 70 Prozent, dass diese den Erwartungen entspreche (Herbst 2020: 68,5 Prozent; Herbst 2019: 60 Prozent). 30 Prozent der befragten Garten- und Landschaftsbau-Betriebe fanden diese dagegen „verbesserungsfähig“ oder „unbefriedigend“ (Herbst 2020: 31 Prozent; Herbst 2019: 36 Prozent).

In etwa gleichgeblieben ist laut BGL die Zahl der Beschäftigten in den Betrieben: Im Schnitt 19 Mitarbeiter sind es aktuell bei den Befragten (Herbst 2020: durchschnittlich 20) – und für die gibt es der Umfrage zufolge reichlich zu tun. Wie der BGL erklärt, sind die Auftragsbücher der Umfrage zufolge derzeit im Schnitt für 18 Wochen mit Pflegeaufträgen gefüllt (fünf Wochen mehr als im vergangenen Herbst), bei Neubau-Aufträgen reiche die Auftragslage sogar für 23 Wochen Vollbeschäftigung (vier Wochen länger als im Herbst 2020). Zudem hätten sich im vergangenen Jahr sowohl im Privatkunden-, als auch im öffentlichen Auftragsbereich die Umsätze im GaLaBau stabilisiert.

Große Herausforderungen für Garten- und Landschaftsbau

„Wir sind dankbar für die aktuell stabile Branchensituation“, sagt BGL-Präsident Lutze von Wurmb. „Doch das ist für uns kein Grund, uns zurückzulehnen. Denn Corona geht, aber der Klimawandel bleibt – mit gewaltigen Aufgaben für Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Es braucht jetzt mutige, langfristige Entscheidungen für eine nachhaltige Förderung von grüner Stadtentwicklung! Zudem wissen wir nicht, welche wirtschaftlichen Folgen Corona mittel- und langfristig haben wird. Inflation, Insolvenzen in anderen Branchen, Arbeitslosigkeit: Das alles birgt natürlich auch große Risiken für unsere Branche. Schließlich sind wir keine Insel“, so der BGL-Präsident. Weitere Herausforderungen, denen sich die GaLaBau-Unternehmen derzeit stellen müssen, seien Material- und Lieferengpässe bei Baumaterial sowie fehlende Stoffpreisgleitklauseln. „Hinzu kommt der Fachkräftemangel als eine langfristige, große Aufgabe auch für den GaLaBau“, gibt von Wurmb zu bedenken. in diesem Punkt unterstütze der BGL seine Mitgliedsbetriebe mit einer neuen, bundesweiten Fachkräftekampagne.

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