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Forstvermehrung: Die wichtigsten Aussagen des Gesetzes

Wie Hans-Peter Schmitt vom Dezernat ökologischer Waldbau und Forstgenetik an der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) in seinem Vortrag auf der Sommertagung des Bundes deutscher Baumschulen erläuterte, werden durch das Forstvermehrungsgutgesetz Erzeugung, In-Verkehr-bringen sowie die Ein- und Ausfuhr von forstlichem Vermehrungsgut relevanter Baumarten, die im Anhang des Gesetzes genannt sind, geregelt. Vorgaben gibt es speziell zur Herkunft, Identität und auch zu den Qualitätsstufen des Saat- und Pflanzgutes begleitet durch umfangreiche Aufzeichnungs- und Kennzeichnungspflichten in der Produktionskette. Laut Schmitt gilt das Forstvermehrungsgutgesetz für alles Saat- und Pflanzgut, das in der Forstwirtschaft Verwendung finden soll. Nur Pflanzen, die nachweislich nicht für forstliche Zwecke bestimmt sind, seien ausgenommen und ebenso Vermehrungsgut, das dem Saatgutverkehrsgesetz unterliegt. Die Definition des Begriffes „forstliche Zwecke“ umfasse die Verjüngung, die Begründung und Neuanlage von Wald, wobei auch Ausgleichs- und Ersatzaufforstungen einbezogen seien, da diese schließlich zu Wald würden. Damit gelte das Gesetz nicht nur in den Fällen, wo Forstbaumschulen Vermehrungsgut für Forstbetriebe erzeugten oder vertrieben, sondern auch dann, wenn beispielsweise Landschaftsbaumschulen Pflanzen für Erstaufforstung, Ersatzkulturen und Ausgleichsflächen lieferten, wenn diese Flächen praktisch Wald werden.

Auch Unternehmen, die im Rahmen von Dienstleistungs- und Werkverträgen Vermehrungsgut der dem Gesetz unterliegenden Baumarten für forstliche Zwecke erzeugen oder in Verkehr bringen, wie dies bei Ernte-, Lohnklengungs-, Lohnanzucht- oder Pflanzverträgen erfolgt, seien betroffen.