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Öga 2012: Staudengarten mit Schafwolle „Morgens verlegt, abends in voller Pracht“

Ein überdimensioniertes Schaf – Ovis orientalis aries – war der Stopper am Öga-Stand der Staudengärtnerei Labhart aus Schafisheim (Kanton Aargau). Unter dem Motto „Morgens verlegt, abends in voller Pracht“ präsentierte Daniel Labhart sein als „Weltneuheit“ beworbenes und in fünf Ländern – darunter Deutschland – zum Patent angemeldetes Pflanzkonzept Sellana. 

Das Wappentier von Schafisheim inmitten der Gartensituation, womit Staudengärtner Labhart auf der Öga sein prämiertes System Sellana in den Fokus rückte. Foto: Edwin Hanselmann

Es zählte auch zu jenen zehn Exponaten, die auf der Schweizer Fachmesse der grünen Branche mit der Öga-Neuheitenauszeichnung prämiert wurden. Das betreffende Schaf ist zum einen das Wappentier der zwischen Aarau und Lenzburg gelegenen kleinen Gemeinde Schafisheim. Es deutete zugleich an, was zu den Besonderheiten des neuen Systems Sellana zählt.

Als Trägerstoff in den jeweils 36,5 mal 56,5 Quadratmeter großen Pflanzenziegeln dienen nämlich die ein bis drei Zentimeter dicken Schafwollvliese. Sie regulieren den Wasserhaushalt und sorgen für kontinuierliche Nährstoffnachlieferung. Nach zwei bis drei Jahren haben sie sich zersetzt. Das verwendete Schafwollvlies stammt aus einem Betrieb in der Schweiz.

Über der Schafwolle ist torf- und kokosfaserfreies Kultursubstrat (etwa 20 Prozent Humusanteil). Das Signet „torffrei“ ist bei Prospekten zum System Sellana ebenso herausgestellt wie die Mitgliedschaft Labharts beim Verband Jardin Suisse. Etwa fünf Zentimeter hoch ist die Substratschicht. Als Grund für den Verzicht auf Kokosfasern nennt Labhart die langen Transportwege, die dieses Produkt bis zur Verwendung zurücklegt (= schlechte Energiebilanz).

Als mineralische Komponente in dem Substrat nutzt er stattdessen ein Lavagestein. Bepflanzt sind die „Ziegel“ mit bis zu zehn bodenbedeckenden Kleinstauden sowie – meist in der Mitte – einer größeren Blütenstaude. Außerdem befinden sich kleine Knollen und Blumenzwiebeln zwischen Schafwolle und Substrat.

Je nach Größe des Areals werden beliebig viele Pflanzenziegel aneinandergereiht. Auf eine gut bearbeitete lockere Bodenschicht gelegt, wurzeln sie innerhalb weniger Wochen ähnlich wie Fertigrasen ein. Sie bilden damit eine fix und fertige dichte Mischpflanzung. Der Boden sollte möglichst humusreich, durchlässig und unkrautfrei sein.

Mit der Wahl von Varianten wie

  • „Pink Paradise“,
  • „White Paradise“,
  • „Blue-White Paradise“

gibt der Gestalter vor, welche Farben dominieren sollen. An den Ecken und Rändern können die Pflanzenziegel mit einem Messer zugeschnitten werden. Die Bodendecker sorgen für eine stets geschlossene Pflanzendecke und damit minimierten Pflegeaufwand.

Jedenfalls – so ein Hinweis in der Schweizer Fachpresse – sei eine Anlage mit dem System Sellana nicht nur viel schneller als bei herkömmlichen Methoden mit Pflanzen bestückt, sondern aufgrund der dichten Bodendeckerpflanzen außerdem mit weniger Pflegearbeit verbunden. Geliefert werden die Pflanzenziegel in hohen Staudenkisten. Zum Zeitpunkt der Lieferung sind die Pflanzenziegel bereits stark verwurzelt.

Die Bezeichnung Sellana entstand aus folgenden Wortbestandteilen:

  • SEL = Selektion
  • LA = Labhart
  • LANA = Schafwolle
  • NA = mit nachhaltigen Rohstoffen produziert

Die Gärtnerei Labhart in Schafisheim ist als Schweizer Produzent von bodenbedeckenden Stauden sowie Kleingehölzen bekannt. Die Produktionsfläche umfasst 7,2 Hektar. Wie Daniel Labhart erwähnte, stehen Pflanzen für Dachbegrünungen in seiner Produktionspalette an erster Stelle, gefolgt von Bodendeckern und Stauden für Kleingärten.

Einem Hinweis in der Schweizer Fachzeitschrift Der Gartenbau 25/2012 lässt sich entnehmen, welch großen Wert diese Gärtnerei zugleich auf ein gutes Betriebs- und Arbeitsklima legt. Die Löhne der Festangestellten lägen nicht unter 4.000 Schweizer Franken.

Weitere Informationen über die Sellana-Pflanzenziegel finden Sie auf der Internetseite www.sellana.ch, außerdem speziell über die verfügbaren Mischungen unter www.blumenmeile.ch.

Mehr zu den Besonderheiten und Trends, die auf der Öga 2012 gezeigt wurden, lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 29/2012. (eh/ts)