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GaLaBau-Verband: Beratungsansturm wegen Coronavirus

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Trotz Corona-Pandemie kann im GaLaBau noch mit zumeist vollen Kapazitäten gearbeitet werden. Doch der Informationsbedarf steigt. Wir fragten beispielhaft beim Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg nach, was für die Mitgliedsbetriebe nun die drängendsten Fragen sind.

GaLaBau-Betriebe, die derzeit einen Spielplatz anlegen, müssen die Eröffnung verschieben. Wie hier in Freiburg sind alle Plätze abgesperrt, andernorts wurden Spielgeräte abmontiert. Foto: Matthias Hinkelammert

Viele GaLaBau-Betriebe trotz Corona-Krise zuversichtlich

„Die meisten Fragen gingen darum, wie sich die Betriebe strategisch richtig aufstellen und wie im Falle einer Infektion eines Mitarbeiters reagiert werden muss. Mittlerweile geht es fast nur noch um das Thema Kurzarbeitergeld“, erklärt Marco Riley, Leitung Öffentlichkeitsarbeit beim VGL. „Viele sind trotz der Lage zuversichtlich und blicken positiv in die Zukunft. Die meisten gehen davon aus, dass die Branche sich nach der Krise schnell erholt und das Thema Garten in Form von Cocooning an Fahrt aufnimmt.“

Noch nie habe der VGL solch einen Beratungsansturm wie in den vergangenen Wochen gehabt. Deshalb gab es seit Anfang März mehrere Newsletter für die Mitgliedsbetriebe mit maßgeblichen Informationen zur Krise. „Zurzeit ändert sich jedoch fast täglich etwas. Das was heute gilt, ist morgen unter Umständen schon völlig anders geregelt. Ab und an müssen wir deshalb, wie beispielsweise Anfang März, als es um die Regelung für das Kurzarbeitergeld ging, noch um etwas Geduld bitten“, weiß Riley.

Inzwischen sind die vereinfachten Anforderungen verabschiedet. Kurzarbeitergeld kann nun sogar auf 24 Monate verlängert werden und die Sozialbeiträge werden zu 100 Prozent erstattet. Vorher waren hiervon 80 Prozent vom Arbeitgeber zu bezahlen, und zwar auch vom Arbeitnehmeranteil. Die „Anzeige“ bei der Agentur für Arbeit ist hierfür der erste Schritt.

Was passiert, wenn Mitarbeiter mit Coronavirus infiziert sind?

Ist ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, stehen ihm sechs Wochen Entgeltfortzahlung wie im Krankheitsfall zu, außer er hat gegen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes verstoßen. Wird der Mitarbeiter vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, übernimmt diesen Verdienstausfall in Höhe des Regelgehaltes das örtliche Gesundheitsamt, bis zu sechs Wochen. Die Erstattung ist durch den Arbeitgeber beim Gesundheitsamt zu beantragen.

„Wenn zehn Prozent der Belegschaft wegen der Viruserkrankung ausfallen, kann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das gilt auch, wenn das für die Baustellen notwendige Material nicht mehr geliefert werden kann“, führt Riley aus. Mittlerweile finden die Mitgliedsbetriebe einen Muster-Corona-Plan auf der Webseite des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Hier findet sich auch das Formular zur Anzeige über Arbeitsausfall, um die notwendige Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit zu melden.

Operativen Betrieb im GaLaBau so lange wie möglich aufrechterhalten

Mit einem weiteren Download-Klick poppt die Betriebsanweisung gemäß § 14 BioStoffV vom März 2020 auf. Diese erklärt Gefahren und Schutzmaßnahmen und ist im Betrieb auszuhängen. Weitere Links, beispielsweise zur KfW-Bank, welche die Liquidität der Betriebe aufrechterhalten soll, aber auch zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen sowie zu steuerlichen Entlastungsmaßnahmen, stehen ebenfalls zur Verfügung. Auch die Auswirkungen des Coronavirus auf Bauverträge sind erklärt.

„Wer mehrere Kolonnen am Laufen hat, tut gut daran, diese räumlich strikt zu trennen, damit bei einem Infizierten nur dessen Kolonne aus dem Verkehr gezogen werden muss“, rät Riley. Das bedeute einiges an Umorganisation, auch bezüglich der Sozialräume. Zudem sollte laufend exakt auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet werden. „Die Umsätze, welche die Betriebe in der jetzigen Saison noch generieren können, sichern auf jeden Fall das betriebliche Überleben. Noch weiß niemand genau, wie die Hilfspakete verteilt werden. Deshalb ist unsere Verbands-Empfehlung, den operativen Betrieb so lange als möglich aufrechtzuerhalten.“

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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