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GaLaBau verzeichnet Auftragsstau

Dass es im Frühling viel Arbeit gibt, ist für den Garten- und Landschaftsbau nichts Neues. Dennoch zeigt sich in der diesjährigen Arbeitsspitze für manche Bundesländer eine neue Situation. Denn beispielsweise auch in Niedersachsen fielen die Monate März und April in Sachen Auftragsabwicklung völlig aus, wie Harald Mikulla, Geschäftsführer des GaLaBau-Verbandes Niedersachsen, einschätzt. 

Viele GaLaBau-Betriebe legen Überstunden ein, um die Auftragsfülle zu bewältigen. Foto: BGL

Das sei im Vergleich zu anderen Jahren ungewöhnlich. Und da nicht nur die GaLaBau-Betriebe, sondern auch die Kunden den Frühlingsbeginn dringend herbei sehnten, sei die derzeitige, enorme Arbeitsspitze, der sich die Branche gegenübergestellt sehe, nicht verwunderlich. Momentan wäre es für die Betriebe schwierig, die Fülle der Aufträge zu erledigen. Viele arbeiten deshalb auch an den Samstagen, wie Mikulla sagt, und auch so mancher Brückentag im Mai wurde gestrichen. Dennoch habe die Belastbarkeit der Mitarbeiter auch ihre Grenzen, und der Spielraum für Überstunden sei begrenzt. Lange Wartezeiten für die Kunden sind die Folge.

Denn derzeit müssen sie in Einzelfällen bis zu zwölf oder gar 15 Wochen auf die professionelle Umsetzung ihrer Gartenträume warten, wie aus Bayern und Baden-Württemberg verlautbart. Da sei die Kunst des Unternehmers gefragt, die Leute zu halten und neue Terminvereinbarungen zu finden, sagt Patrick Schmidt, Referent für Nachwuchswerbung im bayerischen Landesverband.

Zwei Aspekte werden aus seiner Sicht in der jetzigen Situation besonders deutlich: Das sei einerseits der eklatante Fachkräftemangel – „nur wenige Firmen suchen derzeit nicht händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern“. Andererseits spitze sich die konjunkturelle Entwicklung im Jahresverlauf immer stärker zu. „Jetzt oder nie“, laute die Begehrlichkeit vieler Kunden angesichts steigender Temperaturen im Frühjahr. Daraus ergäbe sich nicht nur die Saisonspitze, sondern ebenfalls das Problem der ganzjährigen Auslastung für die Betriebe.

Ähnliche Entwicklungen beobachtet Harald Mikulla auch im Segment der öffentlichen Auftraggeber, in dem die Umsetzungsfristen aufgrund langwieriger Ausschreibungsprozesse gleichermaßen immer kürzer werden.

Den Jahresumsatz in diesen kurzen Zeiträumen zu generieren, sei für die Unternehmen nicht einfach. Und so habe der lange Winter 2012/2013 umsatzseitig auch seine Spuren hinterlassen. Ob die finanziellen Ausfälle sich bis zum Jahresende aufholen lassen, bleibe fraglich, zumal die Witterung im Herbst dafür wiederum ausschlaggebend wäre.

Aus Sicht von BGL-Hauptgeschäftsführer Dr. Hermann J. Kurth lässt der im Vergleich zu 2012 höhere Auftragsbestand, sowohl im Bereich Neubau als auch in der Pflege, aber darauf hoffen, dass zumindest Teile der aufgelaufenen Umsatzeinbußen aufgeholt werden können. Dazu beitragen könnte eine leicht positive Tendenz in der Preisentwicklung, denn immerhin 40 Prozent der Unternehmen setzen im Bereich Privatgarten, zehn Prozent beim öffentlichen Grün bessere Preise als in den Vorjahren durch. (ks)