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Arbeit attraktiv machen - Basiskonditionen bei der Vermittlung zusagen

Gernsheim. Um trotz der in Ländern wie Frankreich oder Holland gezahlten höheren Löhne auch weiterhin ausreichend viele osteuropäische Saisonarbeitskräfte nach Deutschland vermitteln zu können, sind eindeutige Absprachen über die Bezahlung und Arbeitsbedingungen nötig. Dieses Thema spielte am 2. Dezember 2008 in Gernsheim bei einer in den Hessischen Gemüsebautag integrierten Veranstaltung "Saison-AK 2009" der Beschäftigungsgesellschaft für ländliche Räume eine Rolle. Julia Dixon vom Team "Vermittlung ausländischer Saisonkräfte und Schaustellergehilfen" der ZAV (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung/Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) erwähnte so genannte Basiskonditionen. Diese seien wichtig, um im anonymen Verfahren die Annahme des Beschäftigungsangebotes zu fördern. So muss den Arbeitsverhältnissen zum einen der Tarifvertrag zugrunde liegen. Zum anderen wurde aber auch empfohlen, den Bewerbern beim anonymen (nichtnamentlichen) Verfahren verbindlich zuzusagen, dass sie bei wöchentlicher Arbeitszeit von 40 bis 48 Stunden mindestens 800 Euro pro Monat verdienen. Man erwarte außerdem freie Unterkunft und Verpflegung sowie "möglichst auch Übernahme der Reisekosten". Damit die Vermittlungsanträge Erfolg versprechen, wären also zum einen die Tariflöhne und ergänzend die Basiskonditionen einzutragen.

Im Vergleich zu den Ländern mit Mindestlöhnen sei das Entlohnungssystem für Saisonarbeit in Deutschland für die ausländischen Interessenten weniger transparent. Dies werde gerade von den osteuropäischen Partnerorganisationen der ZAV immer wieder angesprochen.

Interessenten aus Polen, Rumänien oder anderen Ländern würden bei der Vermittlung möglichst genau wissen wollen, wie viel Geld sie letztlich durch die Saisonarbeit mit nach Hause nehmen können. Julia Dixon appellierte daher an die Arbeitgeber: "Informieren Sie die Bewerber umfassend über die Beschäftigungskonditionen in Ihrem Betrieb!"

Unbedingt müssten die Arbeitgeber ihren Bedarf an Saisonkräften frühzeitig anmelden. In der Saison 2008 gab es nach Angabe von Julia Dixon ungewöhnlich viele kurzfristige Anträge, unabhängig von den Ersatzbeschaffungen aufgrund der vielen Stornierungen. Gemeint sind Anträge mit "Beschäftigungsbeginn unter zehn Tagen".