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GaLaBauReport: Winter bringt die Aufträge in den Stau

Nach dem Schnee sollte möglichst nicht der Regen kommen, damit die Aufträge, die im Stau stecken, jetzt fix abgearbeitet werden können. Dies gilt vor allem für die nördliche Hälfte der Republik, die nicht so sehr an diese Schneemassen gewöhnt ist, sagte Hanns-Jürgen Redeker, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, während der Jahrespressekonferenz des BGL in Bonn.

Die Versorgung mit Aufträgen ist eigentlich gut, diese konnten jedoch in den vergangenen Monaten nicht ausgeführt werden, so Redeker. Jetzt gelte es, diesen Stau möglichst schnell abzuarbeiten. Das allerdings könnte in der kurzen Zeit bis etwa Pfingsten problematisch werden - auch, da sich gerade in Privatgärten auf dem engen Raum nicht einfach vermehrt Maschinen und Menschen einsetzen lassen. Während noch im Oktober 2005 die Konjunkturumfrage unter fast 1000 GaLaBau-Betrieben Anlass zu guter Hoffnung gegeben habe, fielen die Zukunftsaussichten nach dem unerwartet langen Winter nun deutlich nüchterner aus.

Neben dem Winter sorgen nach Ansicht von Redeker auch die politischen Rahmenbedingungen für Gegenwind: Die neue Bundesregierung wollte eigentlich eine Entbürokratisierung, das Gegenteil sei bisher der Fall. Er sieht großen Handlungsbedarf, beispielsweise werde die geplante große Unternehmenssteuerreform gebraucht, sie müsse schnell auf den Weg gebracht werden und nicht erst im Jahr 2008. Er wandte sich auch gegen die geplante Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 um drei Prozent. Dadurch würde der Steuerzahler mit rund 23 Milliarden Euro belastet. Das schade der wirtschaftlichen Entwicklung enorm und sei Gift für die Konjunktur. Während es in diesem Jahr vermutlich Vorzieheffekte gibt, werde die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen im nächsten Jahr dann drastisch zurückgehen und damit die positive Konjunkturentwicklung abwürgen. Dies betreffe die gesamte Wirtschaft und nehme auch den GaLaBau nicht aus.

Redeker forderte mehr Mut und Kreativität vor allem vom Bundesfinanzminister. Ein Konjunkturabschwung lasse sich nur vermeiden durch die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes von 5,5 Prozent auf arbeitsintensive Dienstleistungen.

Sorge bereite dem Berufsstand ferner die politische Entwicklung rund um die Einführung eines Kombilohnes und eines Mindestlohnes. Kombilöhne bergen die Gefahr von Drehtüreffekten und schaffen keine neue Arbeit. Mindestlöhnen droht immer das Problem marktfremder Lohnfestsetzung mit allen negativen Folgen bis hin zum Arbeitsplatzabbau.