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Gardena: Preiserhöhungen angekündigt - Zweistellige Zuwächse in Osteuropa

Seit 2007 gehört Gardena zur Husquarna-Gruppe. In dem Jahr erzielte Husquarna einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro, wobei Gardena noch nicht voll konsolidiert war. Die Umsatzrendite lag bei knapp elf Prozent. "Ein sehr, sehr respektables Ergebnis bei einem Unternehmen dieser Größe und es ist das profitabelste in der Branche", betonte Martin Bertinchamp, der für das Consumergeschäft von Husquarna weltweit (außer USA) verantwortlich ist, anlässlich eines Pressegespräches am Standort Ulm. Husquarna bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer für motorgetriebene Produkte für Forst, Park und Garten. Gardena wird als Marke weitergeführt, und der Standort Ulm durch weltweite Vertriebsaktivitäten gestärkt.

Den Geschäftsverlauf 2008 bewertet Bertinchamp weniger positiv. Danach war 2008 bisher kein so gutes Consumerjahr, verlief aber im Garten deutlich besser als in anderen Outdoor-Märkten. Während Bewässerungs-Produkte wegen des Wetters nicht so abflossen, florierten dagegen die Rasenpflege-Artikel. In Hinblick auf die Entwicklung des Gartenmarktes gebe es einen stabilen Trend zum Garten, auch langfristig rechnet der Gardena-Chef mit einem Zuwachs von etwa fünf bis sechs Prozent. Die Ausgaben der Verbraucher werden sich aus seiner Sicht allerdings ab 2009 drastisch verringern. Deutschland sei im Vergleich zu Frankreich, England oder Spanien noch als "ein Fels in der Brandung" zu sehen. Spanien leide besonders unter einer Immobilienkrise. Die Zeichen stünden in Europa nicht auf Wachstum. Allerdings seien in den osteuropäischen Märkten noch Zuwächse im zweistelligen Bereich zu erzielen. Gerade seine Sektion mit den Consumermärkten entwickele sich hier stabil, auf extrem hohem Niveau, so Bertinchamp. Das gelte auch für den Profibereich. Die restlichen europäischen Märkte werden sich dagegen nach seiner Einschätzung nur schleichend entwickeln. In den USA werde es aufgrund der Immobilienkrise in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Delle geben.

Für 2009 hat sein Unternehmen eine Preiserhöhung von durchschnittlich 7,3 Prozent angekündigt, die aber weniger Entsetzen ausgelöst habe, als erwartet. Im Vergleich dazu hätten sich (Löhne und Rohstoffe) auch alle chinesischen Importe verteuert - im Minimum um 20 Prozent. Der chinesische Gartenmarkt ist übrigens im Aufwind. Um ihn zu bedienen, wird die Marke Gardena dort vertrieben, aber nicht produziert. Im Streit mit der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte AG rechnet Bertinchamp Ende August mit einer gerichtlichen Entscheidung. "Sie wird wegweisend für die Branche sein", prognostiziert er. Gardena hatte gegenüber Praktiker angekündigt, mit Wirkung zum 29. Februar die Belieferung der Praktiker-Märkte einzustellen. Dagegen hatte Praktiker eine einstweilige Verfügung erwirkt (siehe auch TASPO 10/08).