Alle News

Garten-Formate im TV: „Ohne Profis und Experten geht es nicht“

, erstellt von

Jens Haentzschel, Moderator und Journalist beim MDR, berichtet aus der Blumenstadt Erfurt im TV über aktuelle Themen rund um den Garten. Die Sendung „MDR Garten“ feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag und gilt als eines der ältesten und erfolgreichsten Garten-Formate im deutschen Fernsehen. Wir sprachen mit dem langjährigen „Vermittler zwischen Branchen-Experten und Zuschauern“.

Jens Haentzschel, Jahrgang 1970 und seit 1996 beim MDR, erreicht mit der TV-Sendung „MDR Garten“ rund eine halbe Million Zuschauer pro Woche. Foto: Sabine Brandt

Was sind neben der Moderation Ihre Aufgaben beim „MDR Garten“?

Ich arbeite als Autor, Regisseur und Moderator der Sendung „MDR Garten“ und mag die Vielfalt, die diese drei sehr unterschiedlichen Tätigkeiten mit sich bringen. Als Autor kann ich bundesweit gärtnerische Themen umsetzen. Als Regisseur arbeite ich im Team mit den Kollegen an einer kurzweiligen Ratgeber-Sendung, als Moderator sehe ich mich ausschließlich als Vermittler.

Wie finden Sie neue Themen und woher wissen Sie, ob diese für Ihre Zuschauer interessant sind?

Unsere Themen wachsen überall und die Kunst ist es, in einer Sendung viele unterschiedliche Interessen zu erreichen. Das ist nicht immer einfach, denn wir haben treue Zuschauer über 20 Jahre, wollen aber auch die Interessen einer neuen gärtnernden Generation bedienen.

Wen sprechen Sie mit „MDR Garten“ hauptsächlich an?

Im Mittelpunkt stehen Hobbygärtner, die Lust auf neue Pflanzen und viel Praxis haben. Kleingärtner schauen die Sendung auch regelmäßig. Ich denke, das Interesse für grüne Themen sollte vorhanden sein, den bunten Strauß an Gartenthemen stellen wir dann zusammen und haben eigentlich jede Woche eine abwechslungsreiche Sendung.

Wie viele Zuschauer haben Sie und aus welchen Bereichen?

Uns schauen linear, also zu den festen Zeiten der Erstausstrahlung und der Wiederholung gut 300.000 Menschen. Dann gibt es die Mediathek-Nutzer, die schauen, wann immer sie wollen. Insgesamt kommen wir auf rund 500.000 Zuschauer. Wir sind ein recht beständiger Quotenbringer am Sonntag im MDR Fernsehen.

Inwieweit beziehen sie Profi-Gärtner mit ein?

Ohne Profis und Experten geht es nicht. Ich sehe mich als Vermittler zwischen den Branchen-Experten und den Zuschauern. Ich empfinde den Gartenbau als vielfältig und sehr kreativ und es macht eine große Freude, diese innovative Kreativität mit den Zuschauern zu teilen und auf das Können der Züchter und Produzenten hinzuweisen.

Was sind für Sie Zukunftsthemen im Bereich Garten, welche die Bevölkerung interessieren?

Wir wollen schon den Anspruch an naturnahes, ökologisches und nachhaltiges Gärtnern unterstützen. Das ist unser Anliegen und damit fahren wir recht gut. Natürlich hat jeder Gast eigene Ansichten, aber in Sachen „Schottergärten“ beziehen wir auch schon mal Stellung und haben eine Meinung.

Gibt es heiße Eisen, von denen Sie die Finger lassen?

Eine halbe Stunde Sendezeit ist schnell gefüllt. Wir verstehen uns als Ratgeber, sodass heiße Eisen eher selten ein Thema sind. Es gibt Themen, die polarisieren, es gibt einen regen Austausch mit den Zuschauern, wir lernen jede Woche dazu.

Welche Rolle spielen bei Ihnen neue Produkte?

Wir sind auf der IPM, bemühen uns, den Experten nahe zu bringen, uns neue Produkte, vor allem bei den Pflanzenneuheiten, mitzubringen – aber wir wollen keine Werbesendung sein, weil wir im öffentlich-rechtlichen Rundfunk enge Grenzen haben. Neue Produkte kommen aber vor, sonst würden wir immer auf der Stelle treten.

Welchen Stellenwert rechnen Sie der Digitalisierung im Garten zu?

Keinen.

Wie sieht Ihr eigener Garten aus? Was ist dort Ihr Lieblingsort?

Es ist eine Wildnis, die mir zeigt, dass ich als Mensch deutlich kleiner bin als die mächtige Natur. Da der Garten nicht vor der Haustür liegt, muss er stärker noch als ein aufgeräumter Hausgarten mit sich klar kommen – und das nutzt er leider sehr oft beinahe unverschämt aus, mir neue Aufgaben zu stellen.

Cookie-Popup anzeigen