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Gartenbau: Berufskrankheiten nehmen zu

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Weniger Arbeitsunfälle im Gartenbau, dafür ist die Zahl der Berufskrankheiten gestiegen: Das geht aus der Unfallstatistik 2017 der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hervor. Platz 1 der Hauptunfallursachen im Gartenbau belegen Strauch- und Heckenschnitt.

Die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Gartenbau passierten laut Statistik beim Strauch- und Heckenschnitt. Foto: Pixabay

Insgesamt 41.731 Arbeitsunfälle (inklusive Wegeunfälle) wurden der SVLFG im vergangenen Jahr aus dem Gartenbau gemeldet, 1,54 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Berufskrankheiten stieg dagegen mit insgesamt 1.151 neu angezeigten Fällen geringfügig um 1,95 Prozent. Damit habe sich in beiden Fällen ein Trend fortgesetzt, der bereits 2016 für den Gartenbau zu verzeichnen war, berichtet die SVLFG gegenüber der TASPO.

Zahl der meldepflichtigen Unfälle gesunken

Die Zahl der gemäß den Regelungen im Sozialgesetzbuch VII meldepflichtigen Unfälle im Gartenbau hat sich im Jahr 2017 ebenfalls verringert. Sie ist den Angaben zufolge um 1,45 Prozent auf 21.378 Unfälle zurückgegangen. Der Anteil an Wegeunfällen daran lag bei 5,34 Prozent. Meldepflichtig ist ein Arbeitsunfall, wenn die oder der Betroffene mehr als drei Kalendertage (nicht Arbeitstage) arbeitsunfähig ist, wobei der Unfalltag nicht mitzuzählen ist.

Besonderes Indiz für die Schwere eines Arbeitsunfalls ist, wenn in dessen Folge nicht nur Verletztengeld, sondern Verletztenrente (Unfallrente) gezahlt werden musste. Positiv zu bewerten sei laut SVLFG, dass auch die Anzahl der 2017 hinzugekommenen Unfallrenten auf 221 Fälle und damit sogar um 9,80 Prozent zurückgegangen ist. Auch hier setze sich der positive Trend des Vorjahrs fort.

Besonders tragisch sind Arbeits- und Wegeunfälle mit tödlichem Ausgang, deren Anzahl sich im Gartenbau von 15 im Jahr 2016 auf sechs im Jahr 2017 verringert hat.

Hauptunfallursachen im Gartenbau 2017

Die Statistik für die Hauptunfallursachen zeigt auf dem 1. Platz Strauch- und Heckenschnitt mit 954 meldepflichtigen Unfällen, gefolgt von Baumpflegearbeiten (714), Stein- und Pflasterarbeiten (713), Transportarbeiten (698) sowie Unterhaltungs- und Umrüstarbeiten an Maschinen, Fahrzeugen, Geräten und Betriebseinrichtungen (336).

Die Arbeits- und Wegeunfälle betrachtet, ereigneten sich:

  • 414 mit Pkw und Kombiwagen
  • 349 mit Heckenscheren
  • 246 mit Bagger oder Radlader
  • 229 mit Lkw
  • 220 mit Motorsägen
  • 160 mit Anlegeleitern
  • 151 mit Trennschleifern
  • 135 mit Anhängern

Berufskrankheiten: Hautkrebserkrankungen auf Platz 1

Bei den im Gartenbau angezeigten Berufskrankheiten nehmen wie im Vorjahr Hautkrebserkrankungen durch UV-Strahlung mit 400 Fällen und einem Anteil von 34,75 Prozent den ersten Platz ein. Platz 2 mit 168 angezeigten Fällen belegt die Lärmschwerhörigkeit – erstmals seit Jahren liegt sie vor den nun drittplatzierten berufsbedingten Hauterkrankungen mit 162 angezeigten Fällen. Während die meisten Berufskrankheiten rückläufige Tendenz erkennen lassen, stieg die Anzahl der angezeigten Lärmschwerhörigkeiten um 13,51 Prozent an.

Mehr zur Unfallstatistik der SVLFG sowie deren Präventionsarbeit lesen Sie in der aktuellen TASPO 28/2018, die am 13. Juli erschienen ist.