Alle News

Gartenbau: Hitze zum Teil existenzgefährdend

, erstellt von

Wer in diesen Tagen „Hitze“ googelt, erhält knapp 28 Millionen Suchergebnisse. In einem Punkt sind sich nahezu alle Treffer einig: Es ist einfach zu trocken. Im Gartenbau hat die Dürre besonders den Zierpflanzenbau getroffen, dicht gefolgt vom Friedhofs- und Einzelhandelsbereich. Eine Umfrage unter den ZVG-Mitgliedern zeigt auch das wirtschaftliche Ausmaß.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit müssen Gartenbau und Landwirtschaft zusätzlich bewässern. In vielen Betrieben gehen deshalb die Wasservorräte zur Neige. Foto: Pixabay

Marktlage als „gefährlich“ eingestuft

Obst- und Gemüsebau-Betriebe, produzierende Zierpflanzenbau-Unternehmen und auch der Dienstleistungsbereich mit den Einzelhandels- und Friedhofsgärtnereien stehen vor den Herausforderungen der anhaltenden Trockenheit und Hitze. Vor dem aktuellen Hintergrund befragte der Zentralverband Gartenbau (ZVG) seine Mitgliedsbetriebe nach der Betroffenheit und dem wirtschaftlichen Ausmaß des Extremwetterereignisses.

835 Betriebe aus allen Fachrichtungen des Gartenbaus beteiligten sich an der Umfrage des ZVG. Die Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedliche Betroffenheit: 6,5 Prozent der teilnehmenden Unternehmer stuften die eigene Situation als existenzgefährdend ein. Die Marktlage wird von fast 15 Prozent als gefährlich angesehen, da beispielsweise die Absatzmärkte nicht mehr bedient werden können.

Wasserreserven in vielen Betrieben knapp

Für rund 73 Prozent der Betriebe ist der entstandene Mehraufwand der letzten Wochen ärgerlich bis sehr ärgerlich. Sechs Prozent der Teilnehmer melden hingegen keine außergewöhnlichen Konsequenzen durch die lang anhaltende Hitze.

Nahezu alle Gartenbau-Betriebe können ihre Kulturen bewässern. Doch in vielen Gartenbau-Unternehmen sind die betrieblichen Wasserreserven bereits knapp. Der erhöhte technische Aufwand und die extreme Belastung der Arbeitskräfte selbst sind eine Folge der langen Trockenheit und Hitze.

Schäden an Kulturen

Zudem können durch die Bewässerung zusätzliche Kosten für den Wasserbezug entstehen. Darüber hinaus führt die lang anhaltende Hitzeperiode zu Schäden an Kulturen, die den Marktwert schmälern oder den kompletten Ausfall der Kultur bedeuten.

Auch wurden die Betriebe nach einer sofortigen staatlichen Unterstützungshilfe befragt. Dabei hofft die Hälfte der Unternehmen auf eine solche Maßnahme. Im Mittelpunkt steht aber die Hilfe zur Selbsthilfe: 70 Prozent der Befragten wünschen sich Unterstützung durch eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage, 30 Prozent setzen auf vergünstigte Versicherungslösungen.

Gartenbau fordert Risikovorsorge

Dies bestätige die Position des ZVG, der seit langem eine Unterstützung der Politik bei der unternehmerischen Risikovorsorge fordert. Auf diese Forderung hat der Gartenbau-Verband zuletzt im Rahmen einer Verbändeanhörung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hingewiesen.

„Die Betriebe müssen in wirtschaftlich guten Zeiten steuerfreie Rücklagen bilden können, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufgelöst werden können. Eine solche steuerliche Risikorücklage stellt eine zusätzliche Liquiditätshilfe bei Wetterrisiken und Quarantäneschädigern dar. Darüber hinaus kommt es jetzt auf die Bundesländer der betroffenen Regionen an, Voraussetzungen für Finanzhilfen zu schaffen“, fasst ZVG-Präsident Jürgen Mertz die Umfrage zusammen.