Alle News

Gartenbau in NRW im Wettbewerbsnachteil?

, erstellt von

Dass die CO2-Bepreisung Gartenbaubetriebe vor große Herausforderungen stellt, steht außer Frage. In Niederkassel überzeugte sich Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart beim Gartenbauunternehmen Werner & Werner gemeinsam mit Eva Kähler-Theuerkauf, Gartenbaupräsidentin NRW vor Ort.        

Gartenbaupräsidentin NRW Eva Kähler-Theuerkauf und NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart beim vor Ort Termin im Gartenbauunternehmen Werner & Werner. Foto: Gartenbau NRW

Nachteile gegenüber europäischer Konkurrenz

Nordrhein-Westfalen ist bundesweit das Bundesland, welches die meisten Gartenbaubetriebe beheimatet. Demnach seien hier auch zahlreiche Unternehmen von der Einführung des nationalen Brennstoffemissionshandels betroffen, bei dem fossile Brennstoffemissionen mit einem CO2-Preis belegt werden. Demnach werden diese Betriebe mit zusätzlichen Kosten belastet, was zu einem besonderen Kostendruck führe. Auch stehe man in starker Konkurrenz zu europäischen Nachbarn, im Fall von NRW ganz besonders zu den Niederlanden. „Für eine gute Zukunft in NRW sind wir dringend auf Lösungen bei der CO2-Bepreisung angewiesen. Denn ohne uns Gärtner wird es weder Bäume, noch Pflanzen geben, mit denen wir dem Klimawandel begegnen könnten“, sagte Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW beim Ortstermin mit NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart.

Enormer Wettbewerbsnachteil durch höhere Kosten

Empfangen wurden Kähler-Theuerkauf und Pinkwart von Frank und Ralf Werner, die in ihrem Gartenbauunternehmen Werner & Werner in der vierten Generation Zierpflanzen anbauen. Neben einer vielfältigen Anzucht von Poinsettien, Carex Gräser, Beet- und Balkonpflanzen sowie einjährigen Hochstamm- und Kübelpflanzen, bieten die Werners zusätzlich einen Überwinterungsservice für nicht winterharte Kübelpflanzen an. Um ihren Kunden solche Serviceleistungen anbieten zu können, waren Investitionen nötig. „Ein neues Gewächshaus mit digitaler Klimasteuerung hilft uns Energie und Wärme effizienter zu nutzen. Und ein Bewässerungsautomat setzt Wasser zielgerichtet ein“, erklärt Frank Werner. „Wir haben so alles getan, um den Betrieb zukunftsfähig auszurichten. Aber durch neue CO2-Bepreisung auf fossile Brennstoffe, die ja seit diesem Jahr uns alle betrifft, haben wir durch die höheren Kosten nun einen enormen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Gartenbaubetrieben unserer europäischen Nachbarn. Hier hat die Politik leider den 2. vor dem 1. Schritt gemacht“, so Werner weiter.

Gartenbaubetriebe sorgen sich um Klimawandel

Doch nicht nur in Sachen Technik gehen die Werners mit der Zeit, auch das Thema Klimaschutz wird im Betrieb großgeschrieben. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Produktvielfalt erweitert wie zum Beispiel mit dem insektenfreundlichen Wandelröschen, an dem der Kunde nicht nur durch die vielen Blüten optisch sehr viel Freude hat, sondern diese auch bei Bienen und Schmetterlinge als Futterquelle sehr beliebt sind. Die Kunden achten hier vermehrt darauf, welche Pflanzen auch als Nahrungsquelle für Insekten dienen können. Das ist ein positiver Trend, den wir mit unseren Pflanzen natürlich sehr gerne unterstützen“, erläutert Ralf Werner. Dass man in den Gartenbauunternehmen in Nordrhein-Westfalen auch weiterhin wettbewerbsfähig bleibt und den Schutz der Artenvielfalt durch die Produkte fördern kann, sind die Betriebe auf die Politik angewiesen. „Wichtig für die Betriebe ist bezahlbare Energie. Deshalb brauchen wir eine schnelle Umsetzung der Ausgleichsregelungen gegen Carbon Leakage und eine starke deutsche Initiative zur europaweiten Einführung einer CO2-Bepreisung, um unsere Klimaziele zu erreichen und den Mittelstand nicht übermäßig zu belasten“, betonte auch NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Pinkwart.

Cookie-Popup anzeigen