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Gartenbau NRW: erste Tarifrunde ergebnislos

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Die Tarifgespräche für den Gartenbau in Nordrhein-Westfalen sind gestartet. Nach der ersten Verhandlungsrunde trennten sich die Vertragspartner allerdings ohne Ergebnis. Strittig blieb unter anderem das Thema Arbeitszeitflexibilisierung, das die Arbeitgeberseite zusammen mit den Löhnen und Gehältern verhandeln will.

Für die Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Gartenbau sind die Tarifverhandlungen gestartet. Foto: industrieblick/Fotolia

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) wertet dies als Indiz, „dass die diesjährigen Lohn- und Gehaltsverhandlungen im Schatten der Verhandlungen über einen Bundesrahmentarifvertrag für den Gartenbau stehen“, wie es in der Pressemitteilung der Gewerkschaft zum jüngsten Tarifgespräch heißt.

Einigung zum Thema Arbeitszeit betrifft nicht nur Nordrhein-Westfalen

Zu den Themen Arbeitszeit und Arbeitszeitflexibilisierung wollte die IG BAU im Rahmen der jüngsten Gespräche allerdings auch keine Einigung erzielen, denn: „Eine Einigung in der Frage Arbeitszeit betrifft nicht nur das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen“, so die Gewerkschaft.

Zudem weichen die Positionen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in diesem Punkt zu stark voneinander ab. „Bei einem Arbeitszeitkonto von 350 Plusstunden besteht zwangsläufig die Gefahr von Arbeitsunfällen“, befürchtet die Gewerkschaft.

Flexibel geregelte Arbeitszeiten dürften nicht auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeiter gehen, so die Forderung der IG BAU. Außerdem müssten körperlich anstrengende sowie anspruchsvolle Arbeiten entsprechend gerecht bezahlt werden.

IG BAU bekräftigt Lohn- und Gehaltsforderungen für Gartenbau in NRW

Obwohl es für die weiteren Lohn- und Gehaltsverhandlungen für den nordrhein-westfälischen Gartenbau noch keinen Folgetermin gibt, hat die IG BAU noch einmal ihre generellen Forderungen in diesem Punkt deutlich gemacht:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,9 Prozent
  • Anschlusstarifverträge
  • keine Lohn- und Gehaltsgruppe unter 9,10 Euro
  • deutliche Erhöhung der Auszubildendenvergütungen
  • Erhöhung des Urlaubsgeldes
  • Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten

Sollten die Verhandlungen über einen Bundesrahmentarifvertrag scheitern, bleiben die alten Regelungen bestehen und es werden reine Lohnverhandlungen geführt, so die IG BAU. Da wäre allerdings nicht im Interesse der Tarifvertragsparteien.