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Gartenbau: Trotz Globalisierung bestehen

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Der diesjährige Gartenbautag in Güstrow stand unter dem Motto „Zukunft und Innovation – Erwerbsgartenbau in Mecklenburg Vorpommern 2040“. Im Rahmen der Veranstaltung wies Landwirtschaftsminister Till Backhaus auf die steigende Bedeutung des Gartenbaus hin, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld aufgrund der Globalisierung und des demografischen Wandels nicht einfach sei.

Qualifizierte Arbeitskräfte für den Gartenbau zu finden wird in Mecklenburg Vorpommern nach Ansicht des Landwirtschaftsministers auch in Zukunft nicht einfacher. Foto: Fotolia Mint Foto

Gemüse- und Obstanbau: Auf regionale und saisonale Produkte setzen

„Wenn man bedenkt, dass sich der Verbrauch pro Kopf von Obst und Gemüse in Deutschland in den letzten 60 Jahren mehr als verdoppelt hat, dann zeigt dies, dass sich dieser Bereich der Landwirtschaft am Markt behaupten kann“, sagte Backhaus. Die zunehmende Globalisierung stelle allerdings eine der Hürden für den Gartenbau dar. Immer mehr Akteure stünden mit den Produzenten aus Mecklenburg Vorpommern im Wettbewerb.

Als Folge nähmen soziale und ökologische Kosten für Hersteller in Deutschland zu. „Um hier langfristig bestehen zu können, müssen wir stärker auf innovative, regionale und saisonale Erzeugnisse sowie auf eine bessere Vermarktung setzen.“ Für den Gartenbau in Mecklenburg Vorpommern stünden die Vorzeichen aufgrund seiner größeren Betriebsstrukturen nach Ansicht des Ministers günstig.

Anzahl der Betriebe im Gartenbau schrumpft deutschlandweit

Deutschlandweit sei in den vergangenen sechs Jahren ein Rückgang in der Anzahl der Betriebe im Gemüseanbau um ein Drittel auf rund 8.000 Stück zu verzeichnen. Auch die Menge der Unternehmen, die sich auf Baumobst spezialisiert haben, ging in den vergangenen drei Jahren um rund ein Viertel auf rund 7.500 zurück.

Ebenso schrumpft die Anzahl der Betriebe  in Mecklenburg Vorpommern, ardings bleibt die durchschnittliche Anbaufläche bei zirka 1.800 Hektar stabil. Gemessen an der Betriebsfläche jedoch seien die Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe für Freilandgemüse rund dreimal so groß wie der Bundesdurchschnitt von rund sechs Hektar.

Gartenbau: Demografischer Wandel erschwert Suche nach qualifizierten Kräften

Besonders die Suche nach qualifizierten Arbeitnehmern gestaltet sich nach Ansicht des Landwirtschaftsministers unter anderem aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung schwierig. Hatten wir in MV in 2005 noch 138 abgeschlossen Ausbildungsverträge im Gartenbau, sind es dieses Jahr nur noch 48.

„Die Unternehmen müssen daher den Ernst der Lage erkennen und aktiver werden. Warum nicht Pate für einen Schulgarten stehen? Auch denke ich, dass wir unter den vielen Flüchtlingen auch zahlreiche junge, gut gebildete und vor allem motivierte Menschen haben, die man auch für die Arbeit in der Landwirtschaft beziehungsweise im Gartenbau begeistern kann. Hier liegt, langfristig gesehen, ein riesiges Potential“, führte der Minister aus.