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Gartenbau-Versicherung: Bilanz 2016

35,8 Millionen Euro Schaden hat das Hagelunwetter „Wolfgang“ vor gut einem Jahr an der deutsch-niederländischen Grenze hinterlassen – und steht damit für das bisher größte Schadenereignis in der Geschichte der Gartenbau-Versicherung.

Manfred Klunke, Vorstandsvorsitzender der GV, berichtete jüngst anlässlich der Mitgliedervertreter-Versammlung der Gartenbau-Versicherung VVaG (GV) in München über den Verlauf des vergangenen 170. Geschäftsjahres. Wie er ausführte, war das Geschäftsjahr 2016 durch enorme witterungsbedingte Schäden gekennzeichnet. Hierfür verantwortlich war vor allem das eingangs erwähnte „Jahrhundert-Hagelereignis“ am 23. Juni 2016. 

Auch Starkregen verursachte Millionenschäden im Gartenbau

Weitere erwähnenswerte Schäden im Gartenbau ereigneten sich im vergangenen Jahr aufgrund anhaltender Starkregenfälle zum Monatswechsel Mai/Juni, überwiegend verursacht durch Überschwemmungen von Freilandkulturen am Niederrhein. Diese weiteren Naturgefahren werden bei Freilandkulturen ebenfalls dem Versicherungszweig Hagel zugeordnet. Für die Gartenbau-Versicherung ergaben sich im Zeitraum vom 27. Mai bis zum 3. Juni 2016 im Zweig Hagel Schadenaufwendungen in Höhe von 5,2 Millionen Euro.

Dank der relativ niedrigen Schadenquoten in anderen Versicherungszweigen und des Rückversicherungsprogramms konnte das Geschäftsjahr dennoch mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden, so Klunke.

In der Sturmversicherung stiegen die Beiträge 2016 um 2,4 Prozent auf 19,3 Millionen Euro. Der Zuwachs geht überwiegend auf die Einführung eines Sicherheitszuschlags zurück. Die Schadenleistungen der Gartenbau-Versicherung beliefen sich auf 6,5 Millionen Euro. Damit erreichte die Schadenquote zufriedenstellende 33,7 Prozent (2015: 79,5 Prozent), nach Rückversicherung stieg sie netto auf 38,2 Prozent an. Dieses relativ niedrige Schadenvolumen resultierte im Wesentlichen aus Schäden in Italien (1,9 Millionen Euro), Frankreich (1,6 Millionen Euro) und Deutschland (1,5 Millionen Euro).

Zwei Drittel aller Feuerschäden im Gartenbau in Deutschland

Während die Beiträge in der Feuerversicherung in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich anstiegen, sind die Einnahmen 2016 mit 7,9 Millionen Euro erstmals nahezu stabil (plus 0,3 Prozent) geblieben. Die Schadenquote belief sich auf zufriedenstellende 56,6 Prozent und lag damit in etwa auf Vorjahresniveau (55,6 Prozent). Netto, also nach Rückversicherung, erreichte die Schadenquote 63,2 Prozent. Im Geschäftsjahr gingen mit 3,1 Millionen Euro zwei Drittel der Schäden im Zweig Feuer auf Deutschland zurück. Dabei schlugen vor allem zwei größere Schäden im Gartenbau zu Buche.

Die „Technischen Versicherungen“ bestehen im Wesentlichen aus der Maschinen- und Elektronikversicherung sowie der technischen Verderbschaden-Versicherung der Kulturen. Die Beiträge stiegen 2016 um 1,3 Prozent auf 9,7 Millionen Euro. Mit einer Schadenquote von 34,8 Prozent zeigte das Geschäftsjahr für die Gartenbau-Versicherung wiederum einen sehr zufriedenstellenden Schadenverlauf. Die Beitragsrückerstattung beträgt 2017 fünf Prozent.

Sehr günstige Schadenquote in der Glasversicherung

In der Schaufenster-Glasbruchversicherung für Blumengeschäfte und gärtnerische Endverkaufseinrichtungen lagen die Einnahmen 2016 bei 355.000 Euro gegenüber 423.000 Euro im Vorjahr. Dieser Rückgang ergab sich wie 2015 aus der Anpassung der Tarife in Verbindung mit der weitestgehend entfallenen Beitragsrückerstattung. Entsprechend dem langjährigen Schadenverlauf fiel die Schadenquote im Geschäftsjahr mit 16,8 Prozent erneut sehr günstig aus.

Mehr zum Verlauf des 170. Geschäftsjahres der Gartenbau-Versicherung – zur Bestandsentwicklung, dem Schadenverlauf insgesamt, dem Jahresergebnis und dem Europageschäft – lesen Sie in der TASPO 29/2017, die am 21. Juli erschienen ist.