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Gartenbau-Versicherung: moderates Schadenjahr 2017

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Von den zahlreichen Unwettern im vergangenen Jahr blieben Gartenbau-Regionen meist verschont. Für das Gesamtgeschäft der Gartenbau-Versicherung (GV) lag die Brutto-Schadenquote bei 57 Prozent, was einem moderaten Schadenjahr entspricht, erklärte Vorstandsvorsitzender Manfred Klunke bei der Mitgliedervertreter-Versammlung in Wiesbaden.

Im August 2017 wurden in einem Gemüsebau-Betrieb in Korntal-Münchingen Gewächshäuser und Kulturen durch Hagel zerstört. Foto: Gartenbau-Versicherung

Gartenbau-Versicherung gut aufgestellt

Die Stärkung des Eigenkapitals und der Sicherheitsmittel konnte weiter vorangebracht werden. Die Gesellschaft bleibe daher für eventuelle schwere Schadenjahre gut aufgestellt, so Klunke.

Die Gesamtbeitragseinnahmen der Gartenbau-Versicherung beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 76,2 Millionen Euro, was einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 59,9 Millionen Euro auf das Direktgeschäft der GV, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von einem Prozent.

Bestandswachstum im Europageschäft

Die Beitragseinnahmen im Gesamtgeschäft teilten sich wie folgt auf (alle Zahlen brutto):

  • Kerngeschäft Deutschland: Mit 36,6 Millionen Euro stiegen die Beiträge gegenüber 2016 um 0,2 Millionen Euro leicht an.
  • Europageschäft: Die Beiträge stiegen erneut an, und zwar um 0,4 Millionen Euro auf 23,3 Millionen Euro.
  • Übernommenes Geschäft: Die Beiträge sanken von 16,6 auf 16,3 Millionen Euro.

Das Bestandswachstum im Europageschäft ging im Wesentlichen auf Italien (plus 5,1 Prozent) und Frankreich (plus 10,5 Prozent) zurück, während die Einnahmen im Vereinigten Königreich – bei niedrigen absoluten Werten – um 25,8 Prozent zurückgingen. Klunke begründete dies mit der Abwertung des Britischen Pfunds und einem preisaggressiven Markt. Diese Faktoren und die Unsicherheit durch den Brexit hätten zu dem Entschluss geführt, sich aus diesem Markt wieder zurückzuziehen.

2018 steigende Gesamteinnahmen erwartet

Der Anteil des Europageschäfts an den Beitragseinnahmen im Direktgeschäft der Gesellschaft belief sich auf 38,9 Prozent (Vorjahr: 38,6 Prozent). Die Schadenquote über das gesamte Europageschäft (ohne Deutschland) betrug 52,2 Prozent. Klunke erwähnte, dass das deutsche System der Schadenschätzer aus dem Gartenbau bei den ausländischen Kunden ein hohes Ansehen genießt. Für 2018 seien weitere Zuwächse bei den Auslandseinnahmen zu erwarten, prozentual gesehen vor allem in Frankreich und Italien.

Einen Ausblick auf 2018 gab Vorstandsmitglied Christian Senft. Demnach könnten die Gesamteinnahmen auf 84,0 Millionen Euro steigen (davon Direktgeschäft 62,6 und übernommenes Geschäft 21,4), die Einnahmen in Deutschland auf 37,4 Millionen Euro. Durch Neukunden im Ausland könnte der Anstieg bei den Einnahmen noch höher ausfallen. Die Zuwächse zeigen laut Senft, dass der Gartenbau „lebt und sich entwickelt“ – die Investitionen ziehen spürbar an.

Sehr niedrige Schadenquote im Bundesgebiet

Bei einer Brutto-Schadenquote (vor Rückversicherung) im Gesamtgeschäft von 57 Prozent zählt 2017 zu den Jahren mittleren Schadenausmaßes. Mit sehr günstigen 39,3 Prozent sei dabei das Direktgeschäft der Gartenbau-Versicherung hervorzuheben, so Klunke. Insbesondere in Deutschland fiel die Brutto-Schadenquote mit 31,0 Prozent sehr niedrig aus, im Auslandsgeschäft wurden moderate 52,2 Prozent erreicht.

Der absolute Schadenaufwand im Direktgeschäft der GV betrug brutto 23,6 Millionen Euro (Vorjahr 58,9 Millionen Euro). Nach Rückversicherung lag die Schadenquote netto bei 45 Prozent.

Mehr zum vergangenen Geschäftsjahr der Gartenbau-Versicherung lesen Sie in der TASPO 29/2018, die am 20. Juli erschienen ist.