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Grüner Einzelhandel: Stimmungsindex erreicht Tiefpunkt

Die düsteren Wirtschaftsprognosen, die in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten geäußert wurden, scheinen auch die Stimmung beim grünen Fachhandel beeinflusst zu haben. Der Stimmungsindex sank vom September mit 93,55 Punkten jetzt aktuell im Dezember auf 70,25 Punkte und erreichte damit in diesem Jahr den absolut niedrigsten Wert. Dabei lag er in Westdeutschland bei 75,32 Punkten gegenüber 100,25 im September. Im Osten sackte er sogar von 70,90 Punkten im September auf jetzt 52,38. Das ergab die Dezember-Umfrage der BBE-Unternehmensberatung (Köln) im Auftrag der TASPO. Damit sind die Pessimisten deutlich in der Mehrzahl, denn Werteunter 100 Punkte belegen, dass die Pessimisten überwiegen, bei Werten über 100 liegen die Optimisten vorn.

Mehr als die Hälfte der befragten Gartencenter und Blumenfachgeschäfte beurteilten die Lage der Branche als mittelmäßig, davon 66 Prozent der Gartencenter und 46 Prozent der Blumengeschäfte. Etwa 20 Prozent bezeichnet sie als gut. Rund 23 Prozent schätzen die Lage als schlecht bis sehr schlecht ein und zwar mehr Blumengeschäfte als Gartencenter. Die Situation des eigenen Unternehmens bezeichnet gut die Hälfte der Befragten als mittelmäßig, davon 51 Prozent im Westen und 64 Prozent im Osten und deutlich mehr Gartencenter (63 Prozent) als Blumenläden (44 Prozent). Für etwa ein Viertel stellt sich die Lage des eigenen Unternehmens als gut dar und zwar vorwiegend im Westen und bei Blumengeschäften. Schlecht lautet das Urteil bei 14 Prozent der Befragten.

Guter Umsatz, keine Einbrüche nannten knapp zwei Drittel als Begründung für die gute Unternehmenslage, bei etwa 20 Prozent lag es an den Saisongeschäften. 88 Prozent der Befragten, die ihre Unternehmenslage als schlecht bis sehr schlecht einstuften, begründeten dies mit weniger Kaufkraft und der Sparsamkeit der Kunden, vor allem im Westen und bei den Blumengeschäften.

Die Umsatzentwicklung im November/Dezember 2008 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres war bei sechs Prozent der Befragten und nur im Westen viel besser (das heißt mehr als fünf Prozent Umsatz). Für zwölf Prozent war der Umsatz besser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, für ein Drittel blieb er gleich und das vor allem bei den Blumengeschäften. 30 Prozent bezeichneten die Umsatzentwicklung als schlechter und hier besonders die Befragten im Osten. Viel schlechter (mit Einbußen von mehr als fünf Prozent) sah es für elf Prozent der Unternehmen aus.

Auf die Frage wie sich der Umsatz in den nächsten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entwickeln wird, erwarten 40 Prozent der Unternehmer keine Veränderung und zwar mehr im Westen (45 Prozent) als im Osten (24 Prozent). Knapp die Hälfte rechnet mit einem niedrigeren Umsatz: 42 Prozent im Westen und 71 Prozent im Osten.

Von einer höheren Kundenzahl gehen knapp 20 Prozent aus, rund 40 Prozent erwarten gleiche oder niedrigere Kundenzahlen, wobei die Unternehmen im Osten deutlich pessimistischer gestimmt sind. Einen niedrigeren Gewinn in den kommenden sechs Monaten halten 59 Prozent der Befragten für realistisch, vor allem im Osten. Etwa 30 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Gewinn.