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Gartencenter-Konstrukteur Thermoflor insolvent

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Der Gartencenter-Konstrukteur Thermoflor blickt in eine ungewisse Zukunft. Das Gericht in Limburg erklärte das niederländische Unternehmen, das zur ebenfalls insolventen Grimbergen Group gehört, vergangenen Mittwoch für zahlungsunfähig.

Die Foodhall im Gartencenter Intratuin in Breda ist eines Vorzeigeprojekte des Gewächshausherstellers Thermoflor. Foto: Thermoflor

Thermoflor: mangelnde Auftragslage Grund für Schieflage

Die mangelnde Auftragslage der vergangenen Wochen habe diesen Schritt nötig gemacht, wie Insolvenzverwalter Pieter Scholtes erklärt. Auch der Brexit, der im kommenden Jahr erfolgen soll, habe seine Schatten vorausgeworfen und Projekte im vereinigten Königreich kippen lassen. Thermoflor hat unter anderem in Rosebourne, Aldermaston and Garsons Titchfield Gartencenter errichtet.

Nun muss geklärt werden, ob es potenzielle Käufer für das Unternehmen in Schieflage gibt. Wie und ob die Geschäftsmasse gerettet werden kann oder zu welchem Teil, steht noch in den Sternen. Thermoflor zählt zu den Traditionsunternehmen der niederländischen Grünen Branche und ist seit rund 140 Jahren als Gewächshausbauer aktiv. Momentan beschäftigt Thermoflor 63 Personen.

Open Sky und Foodhall für Gartencenter

Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen ein verglastes „Open Sky“ mit Schiebedach präsentiert. „Gartencenter bieten weit mehr Potenzial als das eines reinen Abverkaufs von Waren. Ihr Geschäft wird zunehmend mehr zu einem Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um einander zu begegnen, um einzukaufen und unterhalten zu werden“, sagte Geschäftsführer Ben Boon damals.

Auch Anfang 2018 machte Thermoflor noch im positive Sinne von sich Reden. Das Unternehmen schuf eine “Foodhall” für in die Jahre gekommene Gartencenter, die durch einen neuen Eingangsbereich aufgewertet werden. Das Intratuin im niederländischen Breda etwa verfügt nun über einen Frischemarkt, durch den die Kunden das Gartencenter betreten.

Gartencenter “Intratuin” in Breda durch Foodhall aufgewertet

Der neue Flachdach-Bau ist den Verkaufsgewächshäusern vorgesetzt und bildet den neuen großzügigen Eingangsbereich. Um Platz für den Neubau zu schaffen, wurden drei Gewächshausschiffe auf einer Länge von etwa 20 Metern abgerissen. Während des viermonatigen Umbaus ging der Verkauf im Gartencenter weiter. Thermoflor öffnete dafür in den bestehenden Glasbauten provisorisch sowohl einen Ein- als auch einen Ausgang.

Ende 2017 wurde der neue Bereich eröffnet. Statt Gewächshaus und Satteldach war die Entscheidung für den Flachdachbau mit 1.000 Quadratmetern Grundfläche gefallen. „Diese Bauweise kennen wir zwar schon von Gartencentern aus Großbritannien, doch für die Niederlande ist das noch ungewöhnlich“, berichtet Ben Boon, Manager für neue Projekte bei Thermoflor.