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Gaultherien: Colletotrichum breitet sich schleichend aus

Eine tückische Krankheit ist der Pilzbefall mit Colletotrichum an Gaultherien. Schleichend breitet sie sich aus und stellt eine immerwährende Gefahr durch die Langlebigkeit ihrer Sporen dar. Im Grunde hilft am besten Saatgutbehandlung und Hygiene stellte Professor Christian Neubauer von der Fachhochschule Osnabrück beim Azerca-Seminar in Bad Zwischenahn Anfang Februar fest. Der Befall zeigt sich vor allem an den Beeren mit braunen Flecken in konzentrischen Ringen. Später vertrocknen die Beeren zu Fruchtmumien und wirken dann wie „Infektionsbomben“, weil in ihnen Abertausende von Sporen des Pilzes herangereift sind. Häufig tritt Colletotrichum das erste Mal bereits in der Vermehrung auf. Nicht immer sind gleich ganze Partien befallen, sondern erst nur einzelne Stellen, aber die Verbreitung geht rasant schnell. Deshalb ist Hygiene das A und O zur Vorbeugung: Werkzeuge und Hände und zuvor bereits Stellflächen und Töpfe sollten gründlich desinfiziert sein. Leider erfasst beispielsweise das Mittel Menno Florades nur die Oberflächen, so dass eine Infektion nicht immer zu 100 Prozent ausgeschlossen ist. Befallene Partien sind rigoros zu entsorgen. Manchmal läuft der Samen gar nicht erst auf. An Jungpflanzen äußert sich der Befall durch schwarze Stellen am Stängel, Blätter sind eher weniger betroffen. Bis zu anderthalb Jahre kann der Pilz auf eine günstige Gelegenheit warten, bevor er auskeimt! Weil man äußerlich dem Saatgut keine Infizierung ansehen kann, ist eine Heißwasserbehandlung auf jeden Fall förderlich. Neubauer erläuterte, welche Temperatur sich in Versuchen als günstig erwiesen hat: Der optimale Temperaturbereich liegt demnach zwischen 50 und 54 Grad Celsius. Oberhalb von 60 Grad Celsius nahm zwar der Colletotrichum-Befall weiter ab, aber es traten Schäden am Saatgut auf. Ein anderer Versuch verglich bei unterschiedlichen Temperaturen das Auftreten von Colletotrichum an Saatgut von Gaultherien mit dem Befall durch andere Pilzerreger. Auch hier bestätigte sich eine Temperatur um 52 Grad Celsius als optimal. Schließlich zeigte ein Versuch zur Keimrate des Gaultherien-Saatgutes, dass bei 55 Grad Celsius die maximale Keimrate von 90 Prozent erreicht wird.