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Gebietsheimische Gehölze: Wie geht es weiter?

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Ab dem 1. März dürfen in Deutschland bei Pflanzungen in freier Natur ausschließlich gebietseigene Gehölze zum Einsatz kommen. Doch nach wie vor gibt es ungelöste Probleme und Unwägbarkeiten in der Umsetzung. Auf die Vorgaben vorbereitet ist nach eigener Aussage die Zertifizierungsgemeinschaft gebietseigene Gehölze (ZgG).

Für die Gehölzproduktion wird zertifiziertes gebietseigenes Saatgut benötigt. Foto: Pixabay

Kein Aufschub zum Thema gebietsheimische Gehölze

Eine Fristverlängerung für die Vorgabe, ab März 2020 nur noch gebietsheimisches Pflanz- und Saatgut in der freien Natur einzusetzen, lehnt die ZgG ab und das Problem „mangelnde Erntebestände bei Wildsträuchern“ wird nun in Eigenregie gelöst, wie Christoph Dirksen als Sprecher der Zertifizierungsgemeinschaft bereits im Januar auf der Wintertagung des Bunds deutscher Baumschulen (BdB) in Goslar erklärte.

Laut Dirksen ist die ZgG „hervorragend aufgestellt und kann mit ihrer Zertifizierung alle Schritte, vom Saatgut bis zur Pflanzenauslieferung, perfekt darstellen“. Ein großes Problem war bislang allerdings mangelndes Saatgut für Wildsträucher, worüber es nur sehr unzureichende Auskünfte aus den Bundesländern gab. So wurde bei einer Sitzung 2019 in Ellerhoop beschlossen, durch Eigeninitiative nach Beerntungsbeständen von Wildsträuchern zu suchen. Eindeutiges Ergebnis: Ja es gibt sie, allerdings seien viele Behörden nicht in der Lage, diesen Wissenstand weiterzugeben.

Grundbeitrag für die Beerntung von Beständen notwendig

„Durch unsere Eigeninitiative haben wir nun einen wichtigen, weiteren Grundstein gelegt, um die fehlenden Bestände, die zum Teil schon als Erntebestände zugelassen sind, selber zu sichten und durch eine bereits kontaktierte Beerntungsfirma selber durch die ZgG beernten zu lassen“, so Dirksen. Jedoch erfordere diese neue, große Aufgabe auch, dass alle Mitglieder einmalig einen Grundbeitrag für die Beerntung entrichten müssen. Mit großer Mehrheit sei in Goslar der Beerntung dieser Bestände und den dafür nötigen finanziellen Mitteln zugestimmt worden.

Der nächste große Schritt, der durchgeführt werden muss, ist laut Dirksen die Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Allen Beteiligten sei klar, dass kein Weg an diesem DAkkS-Scope vorbeigeht. Eine Abstimmung der anwesenden Mitglieder habe eine einstimmige Zusage an Niels Sommer von der BdB-Geschäftsstelle ergeben, den Beitritt zum DAkkS-Scope schnellstmöglich vorzubereiten und umzusetzen. Denn danach solle es keinerlei Irritation darüber geben, dass die Pflanzen, die von der ZgG geliefert werden, allen Ansprüchen genügen. Dies gelte dann in jedem Fall für alle sechs Herkunftsgebiete.

Wesentlich größere Nachfrage nach gebietseigenen Gehölzen erwartet

Wie groß der Pflanzenmarkt für gebietseigene Gehölze wirklich ist, kann nach Aussage des ZgG-Sprechers auch heute noch nicht gesagt werden. Sicher sei aber, dass die Anfragen und Auslieferung dieser Gehölze in den vergangenen Jahren Stück für Stück zugenommen haben. Es sei davon auszugehen, dass es ab März 2020, nach dem Stichtag für die Verwendung von gebietseigenen Gehölzen, eine wesentlich größere Nachfrage geben wird.

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