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Gefährdet Mindestlohn Existenzen im Obst- und Gemüsebau?

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Wie der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern bekannt gab, seien heimische Erzeuger von Obst und Gemüse in ihrer Existenz durch den gesetzlich eingeführten Mindestlohn gefährdet. Damit widersprach Christoph Nagelschmitz, Präsident des Verbandes entsprechenden Medienberichten.

Der Mindestlohn gefährdet laut RLV die Existenzen heimischer Obst- und Gemüseerzeuger. Foto: Mike Bender/ Fotolia

Nagelschmitz reagierte auf Mitteilungen, in denen die Einführung des Mindestlohns von 9,19 Euro pro Stunde für Erntehelfer als großer Erfolg bezeichnet wurde. Laut dem Präsidenten des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer gefährde dieser viel mehr die heimischen Erzeuger von Obst und Gemüse in ihren Existenzen. Zwar werde der Einsatz von Maschinen immer weiter ausgebaut, auf menschliche Arbeitskraft könne aber dennoch nicht verzichtet werden, daher sei die Ernte von Obst und Gemüse mit viel Handarbeit verbunden.

Arbeitskräftemangel bei Obst- und Gemüseernte

Erntehelfer kommen nicht selten aus Osteuropa und kommen laut Mitteilung mit einem klaren finanziellen Ziel nach Deutschland. Sei dieses erreicht, brechen die Arbeitskräfte ihre Tätigkeit ab und reisen zurück in ihre Heimat. Dadurch entstehe ein Arbeitskräftemangel, der nur schwer aufzufangen sei. Durch den angestiegenen Lohn sei das finanzielle Ziel dieser Arbeitskräfte immer früher erreicht und werde zu einem immer größeren Problem.

Regionales Obst und Gemüse ist nachhaltig und umweltschonend

„Bei einem gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro/Stunde können wir nicht mit nordafrikanischen Lieferanten von Beerenobst konkurrieren, die ihren Erntehelfern einen Tageslohn zahlen, der nur unwesentlich über den deutschen Stundenlöhnen liegt“, erklärt Nagelschmitz die Problematik von Konkurrenz aus Billiglohnländern, was sich durch alle Sparten des Obst und Gemüseanbaus ziehe.   „Heimisches Obst und Gemüse muss nicht über Tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden. Damit werden CO2-Immissionen in großen Mengen eingespart. Dies kommt dem Klimaschutz zugute“, betont der Präsident. „Obst und Gemüse aus dem Rheinland wird nach strengen Umwelt- und Sozialstandards erzeugt. Dies muss den Verbrauchern einen Mehrpreis wert sein“, nimmt Nagelschmitz die Verbraucher in die Pflicht und fordert zu einem Umdenken auf.