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Gefährdete Wildpflanzen: 500. Pflanzenart in „Genbank Bayern Arche“ eingelagert

Mit den Samen des Strahlen-Breitsamens (Orlaya grandiflora) wurde jetzt die 500. Pflanzenart in der „Genbank Bayern Arche“ eingelagert. Damit sind nun mehr als ein Drittel der in Bayern auf der Roten Liste als „gefährdet“, „stark gefährdet“ oder „vom Aussterben bedroht“ gekennzeichneten Arten mit mindestens einer Samenaufsammlung gesichert.

Die gefährdete Pflanzenart Orlaya grandiflora. Foto: Universität Regensburg

Ziel des Projekts ist der Schutz von seltenen und gefährdeten Wildpflanzenarten in Bayern. Zusammen mit weiteren lokalen Seltenheiten finden sich damit etwa 20 Prozent der in Bayern heimischen Gefäßpflanzen in der Genbank.

Vom Aussterben bedroht: der Strahlen-Breitsamen
Der Strahlen-Breitsamen ist ein deutschlandweit vom Aussterben bedrohtes Ackerwildkraut. In Bayern ist nur noch ein Wuchsort bekannt. Als Gefährdungsursache gilt unter anderem die Intensivierung des Ackerbaus. Die mit hackigen Stacheln besetzen Samen der Pflanze dienen der Verbreitung der Samen im Fell von Tieren. Ab 2015 wird die Pflanzenart auch im Rote-Liste-Beet des Botanischen Gartens der Universität Regensburg für die Öffentlichkeit zu sehen sein.

Das Projekt „Genbank Bayern Arche“ wurde im Oktober 2009 aufgrund der Gefahren für die bayerische Flora durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit ins Leben gerufen. Solche Ex-situ-Sammlungen stellen für die betroffenen Pflanzenarten eine „Lebensversicherung“ dar. Durch die Sicherung von Saatgut in einer Genbank kann der Verlust von genetischer Vielfalt vermieden werden. Bei der Genbank Bayern Arche werden dabei auch Pflanzenarten berücksichtigt, für die Bayern aufgrund seiner naturräumlichen Gegebenheiten innerhalb Deutschlands besondere Verantwortung trägt.

Genaue Untersucung der Keimungsbiologie
Die Betreuung des Projekts durch Prof. Dr. Peter Poschlod, Prof. Dr. Christoph Reisch, Dipl.-Biol. Martin Leipold und Dipl.-Biol. Simone Tausch vom Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Regensburg ermöglicht es zudem, die vielfach noch unerforschte Keimungsbiologie und -ökologie der Arten genau zu untersuchen. Untersuchungen zur Ökologie von Samen, Röntgenanalysen zur Erfassung der Samenqualität und molekulare Untersuchungen der genetischen Vielfalt von Saatgut sind Arbeitsschwerpunkte des Regensburger Teams. (ts/idw)