Gefahrstoffe: Vorschriften, Lagerung & richtige Absicherung

Veröffentlichungsdatum:

Betriebe sollten auf eine sachgemäße Lagerung von Gefahrstoffen achten. Symbolbild: Markus Winkler/Pexels

Täglich arbeiten viele Betriebe mit sogenannten Gefahrstoffen. Dies ist ein großes Risiko für die Umwelt, denn bereits eine kleine Unachtsamkeit kann zum Beispiel dazu führen, dass der Gefahrstoff eine Million Liter Grundwasser verschmutzt. Für den Schaden haftet der Betrieb, was vor allem für kleine und mittlere Unternehmen schnell an die Existenz gehen kann. Welche Vorschriften relevant sind, was bei der Lagerung von Gefahrstoffen zu beachten ist und wie Betriebe den richtigen Schutz für den Fall der Fälle erhalten.

Gefahrstoffe und die Vorschriften

Den Umgang mit Gefahrstoffen regeln verschiedene Gesetze und Verordnungen. „Für das Arbeiten im Betrieb mit gefährlichen Stoffen sind besonders die Betriebssicherheitsverordnung und die Gefahrstoffverordnung relevant, die beide den Arbeitsschutz betreffen“, weiß Michael Staschik, Experte der Nürnberger Versicherung. Die Betriebssicherheitsverordnung gibt etwa an, welche Arbeitsmittel bereitgestellt und wie sie genutzt werden sollen sowie welche Schutzmaßnahmen notwendig sind.

Welche Vorschriften Unternehmen beim Arbeiten mit Gefahrstoffen beachten müssen, legt die Gefahrstoffverordnung fest. „So müssen sie beispielsweise ein Verzeichnis über alle vorkommenden Gefahrstoffe – ein sogenanntes Gefahrstoffkataster – erstellen.“ Zusätzlich können Betriebe die Gestis-Stoffdatenbank – das Gefahrstoffinformationssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – nutzen: Dort sind unter anderem die Wirkungen von Gefahrstoffen auf den Menschen, erforderliche Schutzmaßnahmen sowie spezielle Regelungen zu einzelnen Stoffen zu finden.

Gefahrstoff-Management nötig?

Kommen Gefahrstoffe zum Einsatz, sollten Betriebe prüfen, ob diese möglicherweise vermieden oder durch andere unbedenkliche Substanzen ersetzt werden können. „Ist das nicht möglich, ist ein Gefahrstoff-Management notwendig“, betont Staschik. „Dazu gehören Schutzmaßnahmen für die Belegschaft, wie das Bereitstellen einer persönlichen Schutzausrüstung.“ Auch organisatorische und technische Sicherheitsmaßnahmen, eine Unterweisung der Mitarbeiter im Umgang mit Gefahrstoffen oder die Installation von Lüftungssystemen können erforderlich sein. Eine Liste mit Beratungsunternehmen für Gefahrstoff-Management, die bei der Umsetzung unterstützen, finden Arbeitgeber auf der Website der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Sachgemäße Lagerung von Gefahrstoffen

„Gewerbetreibende sollten auf eine sachgemäße Lagerung von umweltgefährdenden Stoffen achten und den Zugriff Unbefugter verhindern“, rät der Experte. Zu beachten sind dabei neben der Gefahrstoffverordnung auch die sogenannten Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Lagerräume sowie Behälter und Schränke, die zur Aufbewahrung dienen, müssen so beschaffen sein, dass sie die Gesundheit der Belegschaft und die Umwelt nicht gefährden. Geeignete Sicherheitsbehälter und -schränke sind mit entsprechenden Kennzeichen versehen. Betriebe, die nur mit kleinen Mengen an Gefahrstoffen arbeiten, dürfen diese unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorschriften auch in Arbeitsräumen aufbewahren.

Finanzielle Folgen

Trotz eingehaltener Schutzmaßnahmen kommt es immer wieder zu Unfällen mit Gefahrstoffen: Fließt beim Brand einer Lagerhalle beispielsweise durch Lacke kontaminiertes Löschwasser in einen Fluss, muss der Eigentümer der Halle für alle Folgeschäden aufkommen. Das heißt, er hat dann zum Beispiel die Kosten für die Reinigung des verschmutzten Gewässers oder für die Wiederansiedlung von Pflanzen und Tieren zu tragen. Betriebe, die mit Gefahrstoffen arbeiten, sollten sich daher gegen die finanziellen Folgen absichern.

Meist enthält die Betriebshaftpflichtversicherung eine sogenannte Umwelthaftpflichtversicherung für privatrechtliche Schadenersatzansprüche. Bei der Betriebshaftpflichtversicherung der Nürnberger Versicherung etwa sind mit dem Baustein „UmweltSchutz“ auch weitere Umweltschäden von bis zu zehn Millionen Euro abgesichert. „Denn zusätzlich deckt er im Rahmen der Umweltschadenversicherung öffentlich-rechtliche Ansprüche bei Umweltschäden an fremden Böden und Gewässern, geschützten Arten der Pflanzen- und Tierwelt sowie natürlichen Lebensräumen ab“, so Michael Staschik von der Nürnberger Versicherung.

Cookie-Popup anzeigen