Gegen das Feuerbakterium: Pilotprojekt in Italien

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Baumschulen in der Toskana lassen ihre Bestände regelmäßig vom Pflanzenschutzdienst auf den Befall bakterieller Erreger wie Xylella fastidiosa testen. Foto: EFSA

Italien war das erste europäische Land, in dem ein Befall durch das Feuerbakterium Xylella fastidiosa festgestellt wurde. Folglich stellen sich Käufer seitdem die Frage, ob sie unbedenklich Ware von den dortigen Produzenten beziehen können. Der italienische Baumschulverband reagiert mit einem Pilotprojekt in der Toskana.

Italien: Pflanzenschutzdienst und Baumschulbetriebe arbeiten zusammen

Pistoia ist nicht nur das Zentrum der italienischen Baumschulwirtschaft, sondern auch der Ort, an dem sich Behörden, Forschungseinrichtungen und der italienische Baumschulverband zusammengetan haben. Die Partner möchten die Produktion von Baumschulware künftig besser überwachen und gleichzeitig eine Rückverfolgbarkeit der Pflanzen gewährleisten.

„Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf die Gesundheit der Pflanzen. Wir wollen dauerhaft ein Kontrollorgan zu etablieren, das uns hilft, die Infektion durch bakterielle Erreger von vorneherein zu vermeiden oder einen Befall zumindest wirkungsvoll eindämmen zu können“, sagte Vannino Vannucci, Präsident des italienischen Baumschulverbandes gegenüber der britischen Fachzeitschrift Hortweek.

Die Bedeutung des internationalen Handels darf trotz Xylella nicht vergessen werden

Bei aller Sorge um die Pflanzengesundheit dürfe die Bedeutung des internationalen Handels mit Baumschulware nicht vergessen werden. Zudem möchte sich der italienische Baumschulverband mit den internationalen Vertretern der Branche an einen runden Tisch setzen, um regulatorische Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen und eine Kampagne ins Leben zu rufen, die die Grenzen behördlicher Schutzvorschriften klar aufzeigt.

Vannuci selbst betreibt eine 540 Hektar große Baumschule – „Vanucci Piante“, die ihre Waren in mehr als 50 Ländern vertreibt. Er hat sich gemeinsam mit anderen Produzenten dazu verpflichtet, regelmäßige Proben an den toskanischen Pflanzenschutzdienst zu schicken, der diese auf einen möglichen bakteriellen Befall analyisiert. Jedes Unternehmen hat zudem einen Mitarbeiter benannt, der für die Pflanzengesundheit zuständig ist. Weiter noch organisieren die Firmen gemeinsam mit dem Pflanzenschutzdienst regelmäßige Überprüfungen des Sortiments und halten diese Stippvisiten nach.

Toskanischer Pflanzenschutzdienst analysiert 37.000 Proben

Alleine im vergangenen Jahr analysierte das Labor des toskanischen Pflanzenschutzdienstes 37.000 Proben auf Kosten der Baumschulbetriebe. 10.000 Untersuchungen konzentrierten sich alleine auf den Befall durch Xylella fastidiosa – ohne einen einzigen „Treffer“. 800 Proben testeten die Labors positive auf andere bakterielle Erreger.

Sollte das Feuerbakterium in einer der Proben auftauchen, richten die Behörden eine Schutzzone in einem Umkreis von 20 Kilometern um die Fundstelle ein, in der keine Pflanzen mehr vertrieben werden dürfen. Alle Gewächse in einem Umkreis von 100 Metern rund um den Wirt werden vernichtet.

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