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Gemüsegärtner: Ausbildung mit Vitaminkick

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Gesunde Ernährung liegt im Trend, frisches Gemüse ist gefragt – vorzugsweise aus nachhaltiger, deutscher Produktion mit kurzen Transportwegen. Eine Ausbildung zum Gemüsegärtner bietet entsprechend gute Perspektiven.

Gemüsegärtner sorgen mit ihrer Arbeit für Frische auf dem Teller. Foto: GMH

„Zu essen brauchen die Menschen immer“

„Gemüsegärtner ist ein Beruf mit Zukunft – zu essen brauchen die Menschen schließlich immer“, sagt zum Beispiel Maximilian Waibl. Der 17-Jährige hat im vergangenen Jahr eine Ausbildung zum Gemüsegärtner in einem oberbayerischen Traditionsunternehmen begonnen. Bis zu 60 verschiedene Gemüsearten werden in seinem Ausbildungsbetrieb in der Saison frisch geerntet – von Salat- und Kohlarten über Wurzel- bis hin zu Fruchtgemüse wie Gurken.

Vor der Ernte stehen der Anbau und die Pflege von Gemüsen und Kräutern aller Art. Angehende Gemüsegärtner lernen deshalb alles rund um Pflanzungen und Direktsaaten, kultivieren Jungpflanzen und sorgen für die fachgerechte Düngung und Bewässerung. Waibl hat in seiner bisherigen Ausbildung vor allem den Tomatenanbau ohne Erde für sich entdeckt. „Die Pflanzen wachsen im Gewächshaus auf Kokosmatten, dadurch ist der Ertrag höher“, weiß der 17-Jährige.

Spannend: moderne Technik im Gewächshaus

Generell findet der Azubi den Einsatz moderner Technik spannend am Gärtnerberuf. Bestellungen für Kunden werden in seinem Ausbildungsbetrieb beispielsweise via Tablet-PCs im Gewächshaus zusammengestellt. Außerdem zieht der Betrieb Jungpflanzen – für die eigene Produktion, aber auch für andere Gartenbaubetriebe und Hobbygärtner.

Die meiste Zeit nimmt allerdings der Anbau in Anspruch. Von April bis November wird jede Woche Salat neu ausgesät und ständig frisch geerntet. Maximilian Waibl schneidet gemeinsam mit seinen Kollegen die Köpfe auf dem Feld ab, entfernt grobe Verunreinigungen und legt die Salate auf ein Förderband, das von einem Kleinlastwagen gezogen wird. Im Winter wird ebenfalls geerntet, dann allerdings Feldsalat im Gewächshaus.

Nützlingseinsatz bei den Kräutern

Außerdem lernt der 17-jährige Azubi den Umgang mit Nützlingen kennen – in seinem Ausbildungsbetrieb werden unter anderem 55 verschiedene Sorten Kräuter in Bio-Qualität ausgesät und bis zur Verkaufsreife gezogen. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nicht verwendet. Stattdessen werden Insekten eingesetzt, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen, wie etwa Florfliegenlarven gegen Blattläuse und Schlupfwespen gegen Weiße Fliege.

Mit dem Ende seiner Ausbildung stehen Waibl – wie allen gelernten Gärtnern der Fachrichtung Gemüsebau – viele Einsatzmöglichkeiten offen: von spezialisierten Gemüsebaubetrieben bis zu landwirtschaftlichen Betrieben mit Gemüseanbau. Möglich ist außerdem die Spezialisierung auf die Kundenberatung, eine Fortbildungen zum Meister oder Techniker oder der Weg in die Selbstständigkeit. Weitere Karrierechancen bietet darüber hinaus ein Gartenbaustudium.