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Gentechnik als Methode der Züchtung: Informationsfluss läuft oft spärlich

Der Informationsfluss über den Stand der Gentechnik für die Zierpflanzenzüchtung laufe oft spärlich, sagte Prof. Dr. Thomas Debener von der Universität Hannover. Vielfach handle es sich um Industrieaufträge, deren Ergebnisse nicht offen zugänglich seien. Der Leiter der Abteilung Molekulare Pflanzenzüchtung gab auf der 20-Jahr-Feier der Ciopora Deutschland einen Einblick in die gängigen Methoden. Eine davon ist der Einbau von Transgenen. Verbreitet sei die Methode vor allem in Ländern wie den USA, Süd-Amerika, Frankreich und Spanien. Aus dem Zierpflanzenbau habe nur eine Art für Aufmerksamkeit gesorgt: Die blaue Nelke der Firma Florigene aus den USA. Eine weitere Methode ist die Transformationstechnik. Sie hat zum Ziel, gewünschte Eigenschaften wie Blütenformen, -farben, Blühzeitpunkt oder Haltbarkeit von einer Sorte auf eine andere zu übertragen. Bei fast allen Zierpflanzen ist die Übertragbarkeit möglich, aber, wendete Debener ein, nur bei wenigen Arten sei die Methode innerhalb der Sorten auch effizient zu nutzen. Als Beispiele für gute Tauglichkeit nannte Debener Solanacaeen, schlechte Übertragbarkeit hätten hingegen Gehölze.

Nach Ansicht von Debener sind die wichtigsten Entwicklungen in der Methodik der Gentechnik für Zierpflanzen:

• Abwendung von so genannten „Effekt-Genen“, stattdessen Erforschung zentraler Regulatoren,

• Entwicklung spezifischer Promotoren zur Reduktion unerwünschter Nebeneffekte,

• Verbesserung der Selektion ohne Antibiotika-Merker (politisches und volkspsychologisches Problem),

• Erhöhung der Stresstoleranz (Hitze, Trockenheit, CBF-Gene),

• Regulatoren für Resistenzen,

• Übertragung von Gen-Gruppen für Duft,

• neue Blütenfarben,

• antivirale Strategien sind zur- zeit im Zierpflanzenbau nicht nötig.