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Genter Floralien mit neuem Konzept

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Mit neuem Konzept präsentierte sich in diesem Jahr die Genter Floralien. An vier unterschiedlichen Standorten im historischen Stadtkern von Gent fand die Leistungsschau des flämischen Gartenbaus vom 22. April bis 1. Mai statt – und kehrte damit zurück zu ihrem Ursprung.

Auf der Genter Floralien waren unter anderem besondere Gärten zu sehen. Foto: Gabriele Friedrich

Die erste Blumen und Pflanzenausstellung fand 1809 in einer Genter Herberge statt. Auch die Organisation, die hinter den Genter Floralien steht, die Königliche Gesellschaft für Landwirtschaft und Pflanzenkunde KMLP, gibt es bereits seit 207 Jahren. Und 95 Prozent der belgischen Zierpflanzenerzeugung findet in Flandern statt, mit Schwerpunkt rund um Gent.

Genter Floralien: Freiland-Kreation mit Rhododendren

Eine Freiland-Kreation auf dem Sint-Pietersplein vor der Kirche war den Rhododendren gewidmet. 19 Produzenten aus der Genter Region sind in einer Werbegemeinschaft zusammengeschlossen und zeigten auf 250 Quadratmetern ein breites Sortiment an Rhododendron und Begleiter wie Rosen oder Lorbeer.

In der Kirche dahinter waren floristische Arrangements zu sehen, die beeindruckend wie Blumenkronleuchter von der Decke hängen – Tulpen, Gerbera und Phalaenopsis, einzeln aufgehängt, mit Perlenketten verziert und farblich angestrahlt, dazu auf dem Boden florale Lichtmuster. Im Innenhof des Naturkundemuseums präsentierten sich kleine Situationen für Stadtgärten mit Gemüse, Kräutern sowie Obstgehölzen.

Gastland Japan präsentierte sich auf der Genter Floralien mit Bambus-Promenade

Auf dem Bijloke-Gelände beim Konservatorium präsentierte sich das Gastland Japan mit einer Bambus-Promenade und Kreationen mit Azaleen, Kamelien und Bonsai. Moderne Gestaltung und klare Formensprache standen im Vordergrund. Mit dabei auch die Genter Azalee mit geschützter geografischer Angabe, in einem frischen, zeitgemäßen Look.

Auf großflächigen Postern warben nicht zarte Feengestalten, sondern knallharte Typen, voll tätowiert und mit Gartenutensilien. Eine Riesen-Weltkugel aus Lorbeer, das Rhodo-Hygge-Projekt und sogar Ikebana-Skulpturen offerierten die Themen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.

Besondere Gärten auf der Genter Floralien

Besondere Gärten im Citadellpark widmeten sich den Themen Krankenhaus und Genesung, zeigten besondere Anlagen für Blinde oder Gehörlose. In der Floralienhalle hatte der belgische Verband für Zierpflanzenbau und Gehölze mit über 80 Teilnehmern und 100.000 Einzelpflanzen sowie über zehn Meter hohen Großgehölzen eine Landschaft gebaut.

Darin eingestreut waren thematische Farbinseln in eigenen Konzepträumen. Bei einer Schnittblumenperformance schritten die Besucher durch einen dunklen Tunnel, wobei die Blumen über den Köpfen schwebten.

Ausstellung zum ersten Weltkrieg auf der Genter Floralien

Ein weniger leichtes Thema behandelte den ersten Weltkrieg und die Situation danach. Hier waberten Nebelschwaden über Wasserflächen, Sandsäcke waren verbaut, und großflächige Plakate veranschaulichten eine bedrückende Lage. Da heraus brach die hoffnungsvolle Blumen-Diplomatie hervor, und nahrhafte Kartoffeln und Gemüse, die über die schwere Zeit halfen.

An der Leopoldskaserne widmeten sich 15 Floristik-Künstler dem Thema „Blühende und Grüne Stadt“. Im Innengarten zeigten sie floristische Kunstwerke mit Stadtbäumen gestaltet, einen mythologischen Abenteuerwald, ein Waldhoroskop und ein Lorbeerlabyrinth.