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Gerichtsurteil: Floristin muss Mindestlohn bekommen

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Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat einer Floristin, die als Filialleiterin tätig war, den Mindestlohn zugesprochen. Der Arbeitgeber konnte seinen Anspruch auf Ausnahmeregelung nicht durchsetzen und muss die entstandene Differenz zurückzahlen.

Das Arbeitsgericht hat entschieden und einer Floristin den Mindestlohn zugesprochen. Foto: Christian Mannsbart

Mindestlohn: Gericht lehnt Ausnahmeregelung für Unternehmer ab

7,20 Euro in der Stunde hatte die Floristin aus Berlin-Brandenburg verdient. Medienberichten zufolge stützte sich der Arbeitgeber auf eine Ausnahmeregelung, wie sie in der Landwirtschaftsarbeitsbedingungen-Verordnung festgelegt ist. Diese sah er dadurch bestätigt, dass in seinem Betrieb die gartenbauliche Tätigkeit den größeren Anteil einnehme.

Allerdings widerlegte die Verteidigung diesen vermeintlichen Sachverhalt. Das Unternehmen beschäftige lediglich zehn Gärtner, denen allerdings 25 Floristinnen gegenüber stehen. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung recherchierte, leisteten die Mitarbeiterinnen 34.000 Arbeitsstunden und damit mehr als ihre Gärtner-Kollegen. Außerdem verdiene mache der Betrieb seinen Hauptumsatz mit dem Verkauf von Blumensträußen, Gestecken, Brautschmuck und Trauergebinden und nicht mit selbst gezogenen Pflanzen.

Arbeitgeber muss 2.500 Euro an Floristin zahlen

Das Landesarbeitsgericht verurteilte den Arbeitgeber, die gesamte Differenz von 2.500 Euro, die seit dem Inkraftreten des Mindestlohngesetzes für die Floristin entstanden war, an seine Mitarbeiterin zu zahlen.

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