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Giardina beeindruckte: Natürlichkeit statt architektonischer Strenge

Sieben Hallen, 300 Aussteller, 28.000 Quadratmeter, komplett ausgebuchte Austellungsflächen, 65.000 Besucher -das sind die nackten Zahlen der diesjährigen Giardina in Zürich, die vom 2. bis 6. April in Zürich stattfand. Doch was sind schon Zahlen: Wer die Schweizer Giardina dieses Jahr besuchte, der konnte eindrucksvoll erleben, was die Kollegen in der Schweiz in den Messehallen auf die Beine gestellt hatten. Insgesamt 28 Sonderpräsentationen gab es auf der Giardina zu bestaunen. Neben Ideen für große Gärten tauchten hier und da auch Lösungen für "das kleine Gartenglück" auf Terrassen, Innenhöfen oder hinter dem Reihenhaus auf. Eine Entwicklung, auf die während der Eröffnungspressekonferenz dann auch besonders hingewiesen wurde. Denn schließlich seien die "Grünen Oasen im städtischen Raum" ein wichtiges aktuelles Thema, zusammengefasst wurde diese Entwicklung unter dem Slogan "CityChic". Dennoch lag das Hauptaugenmerk auf Lösungen für Gärten, für die deutlich mehr Fläche (und Geld) zur Verfügung steht. Das wurde nicht nur über die Sonderpräsentationen deutlich, sondern auch über das Mobiliar, mit dem sich der Garten "einrichten lässt". Viele kleine Gärten würden durch die teils ausladenden Sitzgruppen, Liegemöbel, Whirlpools und - weiter zunehmend - "Grill- und Backstationen" sicherlich völlig überfordert. Die sehr strenge und architektonische Gestaltungssprache, die in den vergangenen Jahren die moderne Gartengestaltung auszeichnete, wird - wenn auch nicht ersetzt - zumindest erweitert um Lösungen, die zwar immer noch kraftvoll und deutlich gestalterisch geprägt sind, bei denen aber das Natürliche wieder stärker zum Zuge kommen darf. Das zeigte sich beispielhaft bei der - zu Recht mit einem Gold-Award ausgezeichneten - Sonderschau "Silberwald" von Winkler & Richard (CH 9545 Wängi, www.gartenland.ch). Winkler & Richard hatte zusammen mit dem Weiden-Pionier Marcel Kalberer Erfahrungen im Weidenbau gesammelt und auf der Giardina eine großzügige Weiden-Lounge gebaut. Die Sonderschau "Silberwald" wurde von einer Blumenwiese umrahmt, vorgetrieben wurden die Pflanzen von der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wädenswil. Unter dem Titel "Klimakterium" zeigte das Unternehmen Markus Allemann Naturgärten (CH-8577 Schönholzerswilen, www.natur-gaerten.ch) einen Ideengarten, der "Genuss ohne Reue" versprach.

Allemann betonte die Funktion des Naturgartens als Lebensraum und wies darauf hin, dass auch der Gestalter eine Umwelt-Verantwortung beim Bau von Gärten hat. Klimaschonend sei ein Garten dann, "wenn Materialien aus der näheren Umgebung verwendet werden, wenn einheimische Gehölze und Stauden gepflanzt werden und wenn Maschinen, Fahrzeuge und Geräte möglichst umweltschonend eingesetzt werden". Drei "wenns", die nicht wirklich neu sind, die in den vergangenen Jahren aber ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Allemann räumte mit seinem Garten eindrucksvoll mit manch gängigen Vorstellungen eines Naturgartens auf. Naturgärten können in einer modernen Gestaltsprache gebaut werden - wobei der gezeigte Garten seine Wirkung allerdings nur mit der Beleuchtung zeigte. Den ausführlichen Bericht zu den verschiedenen Gärten lesen Sie in der TASPO GartenDesign 3/08.