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Glyphosat: BfR findet keine Hinweise auf Risiken

Nicht nur in diesem Jahr war der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat Gegenstand vieler Diskussionen. Neue Untersuchungen wiesen auf erhebliche Gesundheitsgefahren hin – für die Bevölkerung, die Anwender, Natur und Umwelt. Immer wieder wurde im Rahmen der Diskussion hoffnungsvoll eine Neubewertung des Wirkstoffes durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erwartet. Diese Bewertung ist nun teilweise erfolgt, wie das Institut auf seiner Internetseite ausführt. Im Folgenden ein Auszug aus dessen Veröffentlichung. 

„Den Entwurf des Teilberichtes für die gesundheitliche Risikobewertung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) abgeschlossen. Es wurden zusätzlich zur erneuten Bewertung der bereits in die erste Wirkstoffprüfung eingeflossenen Dokumente mehr als 150 neue, nach den OECD Guidelines und GLP durchgeführte toxikologische Originalstudien und über 900 neu in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierte Studien geprüft und ausgewertet.

Die Analyse der zahlreichen neuen Dokumente ergibt keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren. Sie gibt auch keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte (insbesondere der täglich duldbaren Aufnahmemenge ADI) wesentlich zu verändern.

Aus der großen Anzahl der ausgewerteten Literatur ergibt sich jedoch, dass die Toxizität bestimmter glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel aufgrund der darin enthaltenen Beistoffe (beispielsweise Tallowamine als Netzmittel) höher sein kann als die des Wirkstoffes. Eine toxikologische Bewertung der Tallowamine wurde vom BfR in den Bericht integriert.

Darüber hinaus hat ein vom BfR initiiertes und von der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführtes Forschungsprojekt erstmals den Einfluss eines glyphosat- und tallowaminhaltigen Pflanzenschutzmittels auf den Stoffwechsel und die mikrobielle Population des Vormagens bei Wiederkäuern untersucht.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in dem Bericht des BfR enthalten. Sie zeigen, dass der Wirkstoff Glyphosat und die Beistoffe keinen negativen Einfluss auf die Mikroflora des Vormagens haben. Es gibt auch keine Hinweise, dass Bakterien der Spezies Clostridium sich unter dem Einfluss von Glyphosat verstärkt vermehren.

Der deutsche Entwurf des Berichtes für die Gesamtbewertung von Glyphosat bildet nach Übersendung an die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Grundlage für die öffentliche Konsultation …

Danach wird anhand des deutschen Bewertungsberichtes unter Berücksichtigung der eingegangenen Kommentare über die weitere Genehmigung des Wirkstoffes Glyphosat durch die Kommission entschieden.

Angesichts der öffentlichen Diskussion um die Einschätzung möglicher gesundheitlicher Risiken von Glyphosat veranstaltet das BfR am 20. Januar 2014 ein Symposium zum Stand der aktuellen gesundheitlichen Bewertung dieses Pflanzenschutzmittelwirkstoffes.“ (kla)