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Glyphosat: Kein wissenschaftlicher Widerspruch?

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sieht keinen wissenschaftlichen Widerspruch bei der Risiko-Bewertung von Glyphosat. Das machte er in einem offiziellen Statement klar, das im Hinblick auf eine mögliche Verlängerung der Zulassung des Herbizids veröffentlicht wurde.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sieht keinen Widerspruch in den wissenschaftlichen Risiko-Bewertungen des Wirkstoffs Glyphosat. Foto: BMEL Thomas Imo Photothek.net

Das Statement des Bundeslandwirtschaftsministers zu Glyphosat im vollen Wortlaut

"Die Überprüfung von Wirkstoffen wie Glyphosat ist ein Routineverfahren der EU mit hohen Standards. Im Sinne des Vorsorgeprinzips stellt die EU sicher, dass Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln regelmäßig nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft geprüft werden. Unabhängige Wissenschaftler in Deutschland und allen Mitgliedstaaten haben Glyphosat gründlich geprüft und haben bei sachgerechter Anwendung keine Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit.“

Christian Schmidt: „Es gibt keinen wissenschaftlichen Dissens“

„In der Bewertung von Glyphosat wurde insbesondere auch die Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO berücksichtigt. Es gibt keinen wissenschaftlichen Dissens: Die einen haben die Wirkung bei sachgerechter Anwendung in der Praxis unter den Anwendungsauflagen überprüft. Die anderen haben das theoretische Krebspotential betrachtet, bei Anwendungsarten und -mengen, die in der Praxis nicht vorkommen. Diese beiden Betrachtungsweisen stehen sich nicht entgegen, sondern ergänzen sich.“

„Auf Basis aller vorliegenden Erkenntnisse kommen die Wissenschaftler überein, dass bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung des Wirkstoffs Glyphosat keine Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit bestehen.“

„Grundlage der Entscheidung ist und bleibt für mich die wissenschaftliche Bewertung“

„Die EU-Kommission hat heute die Möglichkeit einer befristeten Verlängerung der aktuellen Zulassung zur Überbrückung bis zu einer abschließenden Abstimmung ins Gespräch gebracht. Sobald uns dieser Vorschlag vorliegt, werden wir ihn prüfen und über das weitere Vorgehen beraten. Grundlage der Entscheidung ist und bleibt für mich die wissenschaftliche Bewertung. Sollten sich in Zukunft aufgrund neuer Studien nachweisbare Gesundheitsrisiken durch Glyphosat oder andere Wirkstoffe ergeben, kann die EU die Genehmigung eines Wirkstoffs ändern, ruhen lassen oder zurücknehmen.“

Endgültige Abstimmung über Wiederzulassung von Glyphosat steht aus

Wann die EU-Mitglieder eine Abstimmung über die mögliche Zulassung von Glyphosat für weitere zehn bis 15 Jahre durchführen werden ist noch nicht klar. Experten glauben, dass die EU-Kommission ihren aktuellen Vorschlag noch einmal bearbeiten wird, um Kritiker zufrieden zu stellen. Dieser soll dann den Mitgliedern noch einmal vorgelegt werden. Die Zulassung für Glyphosat auf EU-Ebene endet am 30. Juni.