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Glyphosat: Monsanto zu Millionen-Zahlung verurteilt

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289 Millionen Dollar: So hoch ist das Schmerzensgeld, das Monsanto einem unheilbar Krebskranken in den USA bezahlen soll. Der Konzern habe ihn und andere Roundup-Anwender nicht vor den möglichen Gesundheitsrisiken von Glyphosat gewarnt, so die Urteilsbegründung. Die Auswirkungen des Urteils bekommt jetzt auch der Mutterkonzern Bayer zu spüren.

Ein Geschworenengericht in San Francisco hat Monsanto zu einem Schmerzensgeld von 289 Millionen Dollar verurteilt. Foto: Pixabay

Krebskranker hat über Jahre Roundup benutzt

Das Schwurgericht in San Francisco gab mit seinem Urteil dem Kläger Dewayne Johnson Recht, der das Unkrautvernichtungsmittel Roundup für seine tödliche Erkrankung – 2014 wurde bei dem 46-Jährigen unheilbarer Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert – verantwortlich macht. Denn bei seiner Arbeit als Schul-Platzwart habe er das glyphosathaltige Mittel über viele Jahre und zum Teil in großen Mengen benutzt.

Dieser Argumentation folgte das Schwurgericht in San Francisco und sprach dem Kläger am Freitag daher 289 Millionen Dollar (knapp 250 Millionen Euro) Schmerzensgeld zu. Das von Johnson verwendete Roundup habe „wesentlich“ zur Krebserkrankung des 46-Jährigen beigetragen, wie es Medienberichten zufolge in der Urteilbegründung heißt. Darüber hinaus habe das Unternehmen versäumt, auf der Verpackung auf mögliche Krebsrisiken von Glyphosat hinzuweisen.

Monsanto will in Berufung gehen

Monsanto will gegen das Urteil – das erste seiner Art in einer ganzen Reihe von künftigen oder zu erwartenden weiteren Gerichtsverfahren – Berufung einlegen. In seiner Stellungnahme dazu verweist der Saatgut-Riese auf hunderte wissenschaftliche Studien, die zu dem Schluss gekommen seien, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Entsprechend will der Konzern an Roundup, das „seit 40 Jahren sicher in Gebrauch“ sei, auch in Zukunft festhalten.

Als Reaktion auf das Urteil gegen die Bayer-Tochter musste die Aktie des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns, der Monsanto erst vor kurzem für rund 63 Milliarden Dollar übernommen hatte, heute herbe Verluste an der Börse einstecken. Um bis zu zwölf Prozent sank der Kurs Medienberichten zufolge – auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren, wie unter anderem die Süddeutsche berichtet.

Ursache hierfür sei die durch das Urteil verursachte „massive Unsicherheit“, wie ein Börsenhändler gegenüber Medien äußerte – insbesondere, da „jetzt noch viel mehr Klagen erwartet werden“. Über 5.000 ähnlich gelagerte Klagen wie die des krebskranken Johnson liegen in den USA gegen Monsanto vor.

Brasilien verbietet Einsatz von Glyphosat

Ebenfalls hart getroffen haben dürfte Bayer das vor wenigen Tagen vom brasilianischen Bundesgericht verhängte Anwendungsverbot für Glyphosat. Bis eine endgültige Bewertung der zuständigen Sanitäts-Behörde Anvisa über die Schädlichkeit des Herbizids vorliegt, dürfen keine neuen Produkte mit Glyphosat angemeldet werden. Bereits bestehende Zulassungen sollen zudem in den kommenden 30 Tagen aufgehoben werden, wie das Handelsblatt schreibt.

Brasilien gilt weltweit als zweitwichtigster Markt für den von der Bayer-Tochter Monsanto hergestellten Unkrautvernichter Roundup.