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Neues Interreg-Projekt „Green Growing“: Nordsee-Anrainer tauschen sich aus

Von Oktober 2011 bis Juni 2015 sind die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Ahlem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Hochschule Osnabrück als niedersächsische Projektpartner am transnationalen Interreg IV B Projekt „Green-Growing“ beteiligt. Gemeinsam mit sieben Institutionen aus fünf Nordsee-Anrainerstaaten verfolgen sie das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit gartenbaulicher Produktionsbetriebe in der Nordseeregion langfristig zu stärken. Denn diese stehen vor ähnlichen Herausforderungen und Problemen. 

Das Konzept umfasst die Senkung des Energieverbrauchs im Unterglasgartenbau bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität. Darüber hinaus müssen hinsichtlich der Nachhaltigkeit die Kohlendioxid-Emissionen deutlich gesenkt werden. Die Förderung des nationalen und länderübergreifenden Wissenstransfers zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit stellt einen weiteren Projektschwerpunkt dar.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurden in den vergangenen Jahren innovative Gewächshaussysteme im Rahmen von Leuchtturmprojekten entwickelt, um neue Lösungsansätze zur Energieeinsparung und Senkung der CO2-Emissionen im Unterglasanbau zu erarbeiten. Bekannte Beispiele sind das „Gesloten Kas“ aus den Niederlanden oder das in Deutschland noch laufende Projekt Zineg (Zukunftsinitiative Niedrigenergiegewächshaus).

Das neue Projekt „Green-Growing“ vereint unter der Leitung der Universität Aarhus (Dänemark) insgesamt acht Projektpartner: Belgien, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Norwegen und Schweden bilden ein internationales Netzwerk.

Ziel des Projekts sind der transnationale Wissenstransfer und die Verknüpfung von Erkenntnissen aus Forschungsarbeiten zu innovativen:

  • Gewächshaustechnologien,
  • Energieeffizienz,
  • Gewächshausklima,
  • Temperaturstrategien und
  • Pflanzenphysiologie.

Länderübergreifend sollen in dem Projekt neue Lösungsansätze zur Energieeinsparung und Produktivitätssteigerung für den Unterglasgartenbau erarbeitet und auf regionaler Ebene in die Praxis überführt werden. Die Strategien werden dann gemeinsam mit Gartenbaubetrieben auf ihre Übertragbarkeit auf die jeweilige Region und die tägliche Praxis hin überprüft.

Die beteiligten Unternehmen stellen in dem Projekt „Green Growing“ somit ein wichtiges Bindeglied zwischen anderen regionalen Gartenbaubetrieben und Organisationen in der gesamten Umsetzungskette – vom Wissenstransfer bis hin zur Praxisanwendung – dar.

Das Nordseeküstenland Niedersachsen bot mit gleich zwei Institutionen beste Voraussetzungen für die Mitarbeit im transnationalen Projekt „Green-Growing“. Die Hochschule Osnabrück sowie die LVG Ahlem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bearbeiten in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover seit 2009 zwei Teilprojekte des Forschungsprojekts Zineg.

Schwerpunkt dieser Zineg-Projekte ist die Produktion von Zierpflanzen in neuen Gewächshaussystemen mit dem Ziel, den Einsatz von fossilen Energieträgern und die CO2-Emission im Unterglasgartenbau um bis zu 90 Prozent zu reduzieren.

Die Hochschule Osnabrück beschäftigt sich beispielsweise mit der Luftfeuchtigkeit. Im ersten Schritt soll geprüft werden, ob Pflanzen zu einem effizienteren Umgang mit Wasser zu erziehen sind und damit weniger Feuchtigkeit in die Gewächshausluft bringen. Anschließend wird untersucht, ob Zierpflanzen durch geeignete Kulturmaßnahmen besser vor den negativen Folgen einer hohen Luftfeuchtigkeit geschützt werden können.

Die aus dem Zineg-Projekt hervorgehenden Erkenntnisse können in das „Green-Growing“-Projekt nutzbringend einfließen. Zum anderen bietet die LVG Ahlem als Kompetenzzentrum für Zierpflanzen im Rahmen der Norddeutschen Kooperation im Gartenbau die Plattform für den Wissenstransfer zwischen internationalen und regionalen Gartenbauunternehmen in Norddeutschland.

Das über dreieinhalb Jahre laufende Projekt „Green-Growing“ wird im Rahmen des europäischen Förderprogramms Interreg IV B zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. (ts)