Alle News

Goldene Tanne für Klaus Töpfer: Aufruf zu mehr Bodenschutz

Der ehemalige UNO-Unter-Generalsekretär und Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer hat in Berlin die „Goldene Tanne 2015“ erhalten. Mit dem Ehrenpreis für die Zukunftssicherung des Waldes wird Töpfers international beachteter Einsatz für den Wald und die Waldböden gewürdigt. 

Klaus Töpfer (li.) hat die Goldene Tanne 2015 erhalten. Foto: Kollaxo

„Man sollte seine umweltpolitische Karriere niemals als abgeschlossen ansehen, bevor man nicht mit der Goldenen Tanne geehrte wurde“, erklärte Töpfer augenzwinkernd bei der Preisübergabe durch Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Töpfer: Dem Bodenschutz mehr Beachtung schenken

Im Hinblick auf das Internationale Jahr des Bodens mahnte Töpfer erneut an, dass das Thema Boden weltweit viel zu wenig Beachtung fände. Wie von Geldern unterstrich Töpfer, dass „Bodendiversität die Grundlage der Biodiversität“ ist und wies in diesem Zusammenhang auf die vielfältigen Funktionen der Waldböden hin.

So mache etwa ihre Fähigkeit, CO2 zu speichern, lebendige Waldböden unverzichtbar. Durch den laut Töpfer „unstrittig zu hohen Säureeintrag“ sei jedoch eben diese Lebendigkeit in Gefahr. Eine Bodenregeneration durch die Waldkalkung könne allerdings nur „mit viel Sachverstand“ erfolgen: „Wir haben keinen deutschen Einheitswald und auch keinen deutschen Einheitsboden, weshalb die Kalkungsfrage nicht pauschal mit ‚falsch‘ oder ‚richtig‘ beantwortet werden kann“, so Töpfer.

Symposium: regenerative Bodenschutzkalkung kein Naturschutzproblem

Mit den Zusammenhängen der Versauerung von Waldböden und der Heilung der Schäden durch gezielte Kalk- und Nährstoffversorgung beschäftigte sich am selben Tag das SDW-Symposium „Bedeutung der Bodenversauerung für die Biodiversität von Wäldern“. So wies etwa Privatdozent Dr. Klaus von Wilpert von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg anhand von Beispielen nach, dass die regenerative Bodenschutzkalkung kein Naturschutzproblem darstelle, sondern vielmehr der sinnvollen Umweltvorsorge diene.

Wie von Wilpert ausführte, könne eine standortangepasste, richtig dosierte Waldkalkung nahezu tote Böden innerhalb von 15 Jahren wiederbeleben. Sensitive Naturschutzflächen müssten jedoch konsequent von der Kalkung ausgeschlossen werden. (ts)