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Grabbepflanzung: Buchsbaum – oder Alternativen?

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Buchsbaum war schon im Altertum eine beliebte Gartenpflanze und lange Zeit das Gehölz der Wahl, wenn es um niedrige Einfassungshecken oder generell um einen grünen Rahmen ging. Wegen Zünsler und Co. wird nun verstärkt nach Alternativen gesucht – auch für die Grabbepflanzung.

Während die Buchsbaum-Alternative „Bloombux“ im Frühjahr durch reiche Blüte auffällt, zeigt sie sich im Rest des Jahres als grüner Rahmen. Foto: Inkarho

Zünsler zerstört Buchsbaum-Pflanzen in kürzester Zeit

Beim Buchsbaum gibt es derzeit zwei Schädlinge, die hauptsächlich für das Absterben verantwortlich sind. Zum einen handelt es sich um den Buchsbaumpilz (Cylindrocladium buxicola), der seit etwa zehn Jahren in Europa verbreitet ist, zum anderen um den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), der erstmals 2006 in Süddeutschland bemerkt wurde und sich seither in großen Teilen Deutschlands ausgebreitet hat.

Vor allem der Zünsler zerstört die Pflanzen innerhalb kürzester Zeit. Zahlreiche Buchspflanzungen wurden bereits entfernt, und seit Jahren sucht man nach adäquatem Ersatz.

Winterhart und krankheitsresistent: Ilex crenata ‘Luxus Globe’

Ilex crenata ist eine Art, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Empfehlenswert ist die Sorte ‘Luxus Globe’, die sich durch kompakten kugelförmigen Wuchs auszeichnet. Die Pflanze wird ungeschnitten nur 60 Zentimeter hoch, und genau wie beim Buchsbaum ist das Blatt dunkelgrün, glänzend und flach.

Die Sorte ist resistent gegen Krankheiten und winterhart bis minus 22 Grad Celsius, außerdem benötigt sie weniger Rückschnitt als andere Sorten.

Wächst in Sonne und Schatten: Taxus

Sehr schnittverträglich sind auch Eiben (Taxus), wobei für niedrige Einfassungen schwachwüchsige Sorten verwendet werden sollten. Eiben wachsen in Sonne und Schatten, außerdem stellen sie kaum Ansprüche an den Boden.

Auch hier sind einige sehr interessante Züchtungen auf den Markt gekommen, zum Beispiel Taxus media ‘Eleganza’. Mit ihrem gleichmäßigen, straff aufrechten Wuchs und der sehr feinen Benadelung macht die Sorte ihrem Namen alle Ehre.

Kreuzung aus Rhododendron-Wildarten: Bloombux

„Bloombux“, eine Kreuzung aus den zwei Rhododendron-Wildarten micranthum und hirsutum, bietet eine attraktive, immergrüne und schnittverträgliche Alternative für die Friedhofsbepflanzung und zeigt im Mai und Juni zahlreiche Blüten. Der Formschnitt muss allerdings direkt nach der Blüte erfolgen. Ein späterer Schnitt schädigt die neuen Knospen für die Folgesaison.

Neben den genannten Arten und Sorten sind zahlreiche weitere Sträucher für Einfassungen und niedrige Hecken geeignet. Zwar haben sie ein Erscheinungsbild, das sich deutlich von dem des Buchsbaumes abhebt, und nicht alle können so exakt geschnitten werden. Trotzdem sollte man sich diesen Alternativen nicht verschließen.

(Halb-)Immergrüner Zufallssämling: Ligustrum ibota ‘Musli’

Ligustrum ibota ‘Musli’ etwa ist ein Zufallssämling mit immergrünen bis halb-immergrünen Blättern, deren cremeweißer Rand für ein interessantes Farbenspiel sorgt. Die jungen Triebe sind hellgelb und verfärben sich später weiß. Ungeschnitten bildet er einen kompakten Strauch, der im Frühsommer mit Büscheln aus duftenden, weißen, röhrenförmigen Blüten bedeckt ist, aus denen sich blauschwarzen Beeren entwickeln.

‘Musli’ kann zurückgeschnitten werden und eignet sich auch für strengen Formschnitt.

Kandidat für niedrige Hecken: Euonymus japonica

Euonymus japonica ist ein weiterer Kandidat für niedrige Hecken. ‘Paloma Blanca’ fällt durch seine neuen reinweißen Triebe im Frühjahr auf, die bis Anfang Juni ihre Farbe behalten. Es entsteht dabei der Eindruck, als würden sich weiße Tauben aus den Sträuchern erheben, was gerade für die Grabbepflanzung einen hohen Symbolwert darstellt. Im Sommer zeigt die Sorte ein frisch grünes Blatt.

Euonymus japonica gilt als winterhart bis minus 15 Grad Celsius und sollte daher nicht an exponierten Stellen gepflanzt werden, sondern geschützt im Halbschatten.

Auch eine ganze Reihe von immergrünen Kräutern lässt sich für schöne Einfassungen oder niedrige Hecken verwenden.

Der komplette Artikel „Grabbepflanzung: Buchsbaum – oder Alternativen?“ ist in der Friedhofskultur 3/2018 erschienen, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.