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Grenzen der Freiheit: Kein Wintergarten auf Terrasse

Wohnungseigentümer können in ihrem meist teuer bezahlten Reich keineswegs schalten und walten, wie sie wollen. Die Freiheit hat ihre Grenzen da, wo die Interessen der anderen Eigentümer berührt werden. Und das ist manchmal schon der Fall, bevor Mitbewohner überhaupt konkret belästigt wurden. Dies mussten auf drastische Weise Wohnungseigentümer erfahren, die auf ihrer Terrasse einen Wintergarten gebaut hatten. Ihre Mitbewohner bestanden darauf, dass er wieder weg musste. Zu Recht, wie das Gericht entschied (Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 9. März 2004 - 2Z BR 213/03). Der Wintergarten müsse entfernt werden - nicht nur, weil ihn die Eigentümergemeinschaft bereits per Beschluss abgelehnt habe. "Sondernutzungsrecht" an der Terrasse beinhalte grundsätzlich nicht das Recht auf Umbauten. Nach der Gemeinschaftsordnung sei es verboten, im Bereich des gemeinschaftlichen Eigentums "Räume zur privaten Nutzung" einzurichten. Die Miteigentümer würden durch den Bau in unzumutbarer Weise beeinträchigt, und zwar schon deshalb, weil er zu einer "intensiveren Nutzbarkeit der Gemeinschaftsfläche der Terrasse" führe