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Großprojekt: vertikal begrüntes Parkhaus in Köln-Mühlheim

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In Köln-Mühlheim entsteht derzeit eine der größten vertikal begrünten Fassadenflächen Deutschlands. Mehr als 5.000 Schling- und Kletterpflanzen wachsen an der Gebäudefront eines Parkhauses im neuen Stadtquartier „I/D Cologne“ empor. Zuständig für die Begrünung ist das schwäbische Unternehmen Helix Pflanzensysteme.

Die Pflanzgefäße stehen nur auf jeder zweiten Ebene des Parkhauses. Bis die Pflanzenwand üppig und geschlossen ist, vergehen etwa zwei bis drei Jahre. Foto: Helix

Neues Parkhaus mit rund 2.000 Quadratmeter großer Fassade

In Mühlheim, einem der bevölkerungsreichsten Stadtteile von Köln, wird aktuell auf dem sieben Hektar großen Areal des ehemaligen Güterbahnhofs das neue Quartier „I/D Cologne“ gebaut. Errichtet werden sollen insgesamt zehn Gebäude mit eine Bruttogrundfläche von rund 160.000 Quadratmetern, die speziell an die Bedürfnisse der sogenannten „New Industry“ angepasst sein sollen. Bereits fertiggestellt ist ein hochmodernes Parkhaus, an dessen rund 2.000 Quadratmeter großer, aus einer metallischen Netzstruktur bestehenden Frontfassade über 5.000 Schling- und Kletterpflanzen emporwachsen. Geliefert wurden diese von Helix Pflanzensysteme, die für das Projekt ihr Begrünungssystem Elata modifiziert und an die Anforderungen in der Domstadt angepasst haben.

Pflanzen-Mischung sorgt für ganzjährig schönes Bild

„Wunsch des Bauherrn war es, dass die Bepflanzung zum einen wintergrün ist, zum anderen aber auch den Wechsel der Jahreszeiten widerspiegelt“, erklärt Jonathan Müller, Geschäftsführer bei Helix Pflanzensysteme. „Deshalb haben wir Efeu und das Immergrüne Geißblatt mit drei sommergrünen Schlingpflanzen kombiniert: Wilder Wein mit seiner fantastischen Herbstfärbung, Traubenkiwi, die interessante Früchte trägt, und die blütenprächtige Klematis. Diese Mischung sorgt ganzjährig für ein schönes Bild.“ Laut dem in Kornwestheim ansässigen Unternehmen wurden 300 Meter Pflanzgefäße an dem Parkhaus in Köln-Mühlheim angebracht – allerdings nur auf jeder zweiten der insgesamt sechs Ebenen, sodass die Schling- und Kletterpflanzen für eine komplett geschlossene Vegetationsschicht jeweils etwa fünf bis sechs Meter wachsen und überbrücken müssen.

„Damit sich ein großer Teil der 16 Meter hohen Fassade bereits zur Eröffnung des Parkhauses grün zeigte, haben wir die Gewächse schon drei Monate vor ihrer Auslieferung in die entsprechenden Pflanzkästen gesetzt. So konnte sich das Wurzelwerk gut entwickeln und die Pflanzen, als sie ihren Bestimmungsort erreicht hatten, gleich das Netz erklimmen“, so Müller. Wo es der Untergrund zuließ, wurde im Erdgeschoss zusätzlich direkt in den Boden gepflanzt. Bis die Pflanzenwand üppig und dicht ist, werden laut Müller etwa zwei bis drei Jahre vergehen. „In dieser Entwicklungszeit werden die neuen Triebe regelmäßig von uns in das Stahlnetz eingeflochten. Wenn es dann soweit ist, hat dieses Parkhaus in Köln eine der größten vertikal begrünten Fassadenflächen Deutschlands.“

Pflege der Fassadenbegrünung in überschaubarem Rahmen

Die anschließende Unterhaltspflege der Begrünung beschreibt Helix als überschaubar, denn beim System Elata seien alle Pflanzgefäße für eine optimale Versorgung an eine computergesteuerte, vollautomatische Bewässerungs- und Düngeanlage angeschlossen. „Die digitale Steuerung macht das Monitoring und etwaiges Eingreifen jederzeit und von überall aus möglich“, so Müller. „Um Ressourcen zu schonen, wird Regenwasser gesammelt. Damit kann der Grundbedarf der Gewächse gedeckt werden. Die Speicherkanister befinden sich platzsparend unter einer Auffahrt des Parkhauses.“ Etwa zweimal im Jahr seien darüber hinaus die Gärtner für einen Rückschnitt der Pflanzen vor Ort. Dadurch soll Helix zufolge ein einheitliches Bild gewahrt werden und Bereiche, die nicht zuwachsen sollen, freigehalten werden.

Wie der schwäbische Begrünungsspezialist betont, fungieren die Schling- und Kletterpflanzenpflanzen an dem Kölner Parkhaus aber nicht nur als Gestaltungselement, sondern sie wirken sich zudem positiv auf das Gebäude und die direkte Umgebung aus. So absorbiere die Fassadenbegrünung Feinstaub und CO2 und setze Sauerstoff frei. In den Sommermonaten wird durch die Beschattung und Wasserverdunstung zudem ein angenehm kühles Klima im Parkhaus geschaffen, und auch die Artenvielfalt im urbanen Raum werde durch solche zusätzlichen Grünflächen gefördert.

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