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Grünflächenpflege: Münster favorisiert einen Mix

Die eine Hälfte der Flächen mit den eigenen Mitarbeitern und die andere Hälfte durch beauftragte Firmen pflegen, so hat sich inzwischen die Grünflächenunterhaltung in Münster eingependelt. Heiner Bruns, Leiter des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster berichtete während eines Seminars in Münster-Wolbeck zum Thema "Privatisierung von Aufgaben der Friedhofsträger" über die ständige Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und Kontrollen, was dann zu diesem Mix geführt hat. Die Friedhöfe allein betrachtet, sind noch nicht so weit, sagte er.

Da ständig die Vergabe und das Erledigen der Arbeiten durch eigenes Personal überwacht werden, wird sich dies auch auf den Friedhöfen ändern. Im Westen der Stadt Münster gibt es lediglich zwei kleine Friedhöfe in städtischer Trägerschaft, den Friedhof von Albachten und den Friedhof von Nienberge. Zusammen haben beide Friedhöfe im Jahr durchschnittlich nur rund 50 Bestattungen.

Die betriebswirtschaftliche Analyse hat vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Grünflächenunterhaltung ergeben, dass die Aufgabenwahrnehmung auf diesen beiden Friedhöfen mit eigenem Personal sich relativ aufwändig darstellt. Deshalb wird zurzeit eine beschränkte Ausschreibung nach der Vergabe- und Vertrags-Ordnung für Bauleistungen (VOB) aller Leistungen außerhalb des hoheitlichen Bereiches für diese Friedhöfe vorbereitet. Die zu erbringende Leistung umfasst sowohl die Bestattungsleistungen als auch die gärtnerische Pflege und die notwendigen Reinigungsarbeiten. Dann soll es im kommenden Jahr zu einer Auftragsvergabe kommen. Besonderes Augenmerk wird im Rahmen der Ausschreibung auf das Erbringen der Bestattungsleistungen gelegt. Denn die Bestattungsleistungen fallen unplanbar und mit einer hohen Schwankungsbreite über das gesamte Jahr an. Der Auftragnehmer muss in der Lage sein, unter allen Bedingungen jederzeit die Bestattungsleistung in würdiger Form zu erbringen.

Bruns betonte, dass kommunale Betriebe vor dem Hintergrund eines enormen Kostendrucks mit ähnlichen Instrumenten arbeiten wie privatwirtschaftliche Unternehmen auch. Allerdings setze die Kommunalverfassung Grenzen, die eine Ausrichtung ausschließlich an der Wirtschaftlichkeit deutlich eingrenzen. Als Beispiel nannte er Bezirksfriedhöfe in Münster, die allein unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, kaum zu halten seien. Andererseits sind sie innenstadtnah und werden gerade auch von den älteren Bürgern unbedingt gebraucht. Ein Muss für die Kommune. Auf der anderen Seite belegen zahlreiche Konkurse privatwirtschaftlicher Unternehmen, dass Misswirtschaft kein Monopol der öffentlichen Hand ist. Die Erfahrungen der Stadt Münster im Bereich der Grünflächenunterhaltung belegen, dass eine gemischte Aufgabenwahrnehmung sich deutlich günstiger darstellt als das eine oder andere Extrem.