Alle News

Grünflächenpflege: schöner Rasen ist kein Zauberwerk – bei optimaler Versorgung

Ein satt grüner, dichter Rasen spielt heute im öffentlichen und privaten Bereich eine wichtige Rolle. Nicht umsonst haben sich Hersteller von Maschinen und Geräten ebenso auf dieses Thema spezialisiert wie die Hersteller von Düngemitteln. Gerade diese bieten heute zur optimalen Ernährung der Rasengräser meist sehr verschiedenartige Düngemittel an, die je nach Nutzung der Rasenfläche und auch abhängig von der Jahreszeit eingesetzt werden. 

Frühjahrsdüngung für einen schönen Rasen. Foto: Gugenhan

Drei verschiedene Formulierungen sind heute bei vielen Herstellern selbstverständlich und zwar zur Anwendung als Startdünger im Frühjahr, zur zusätzlichen Ernährung im Laufe des Jahres und als Spezialität im Herbst, um die Gräser noch zu stärken für den Winter. Zudem gibt es weitere Formulierungen, die je nach Empfehlung des Herstellers gezielt eingesetzt werden.

All diese Dünger sind mit den Kernnährstoffen Stickstoff, Phosphorsäure, Kali und oft auch Magnesium ausgestattet. Besondere Bedeutung hat der Stickstoff, den die Gräser je nach Jahreszeit in verschiedenen Mengen benötigen.

Eine interessante Darstellung hat die Firma Hauert in ihrem Buch „Das Wichtigste zur Düngung“ vorgestellt, aus dem zu entnehmen ist, dass die Gräser den höchsten Bedarf an Stickstoff von April bis Juni und noch einmal im September und Oktober haben. Als Anhaltspunkt wird im Buch aufgeführt, dass das Nährstoffverhältnis N:P:K:Mg im normal versorgten Boden auch im idealen Verhältnis von 1:0,3:0,6:0,1 verabreicht werden sollte. Diesem Standard-Nährstoffverhältnis angepasst sind die meisten im Handel befindlichen Rasendünger.

Wenn nun aber gedüngt werden soll, muss natürlich die Nährstoffmenge an die Bedürfnisse der jeweiligen Rasenfläche angepasst werden. Auch hier gibt es allgemeine Werte, die bei der Düngung beachtet werden sollten. Natürlich sind auch die allgemeinen Standortbedingungen für die Rasengräser von großer Bedeutung. Sind diese ungünstig, muss mit dem Auftreten von Moos und Wildkräutern gerechnet werden. Solche ungünstigen Bedingungen können auf natürlichem Wege entstehen, aber auch durch unsachgemäße Behandlung der Rasenflächen.

Wenn sich der Rasen nicht mehr optimal entwickelt, beispielsweise plattenförmige gelbe Stellen auftreten, hängt das in der Regel mit einem zu geringen Nährstoffvorrat im Boden zusammen. In einem solchen Falle sollte die Düngermenge am besten durch vermehrte Düngergaben erhöht werden.

Ungünstig wirken sich auch ein verdichteter Oberboden oder eine starke Oberflächen-Vernässung aus. In einem solchen Falle lohnt es sich, den Boden zu aerifizieren: Dabei wird der Boden in den obersten Schichten durch den Einsatz technischer Geräte gelockert und, was sich vor allem bei schweren Böden lohnt, anschließend gesandet. Der Sandanteil vermischt sich mit dem Oberboden, lockert ihn und verhindert in der Folge ein wiederholtes Verdichten.

Immer wieder wird auch der sogenannte Rasenfilz festgestellt, wobei sich parallel zu den Gräsern Moos und Wildkräuter gleichermaßen entwickeln. Hier hilft in erster Linie ein Vertikutieren der Rasenfläche, wobei der Filz entfernt und so wieder für einen idealen Lebensraum zur Entwicklung der Gräser gesorgt wird. Mit speziellen Vertikutiergeräten wird diese Arbeit ausgeführt, wobei als ideale Termine der Herbst oder das Frühjahr in Frage kommen.

Ein weiterer Punkt ist die ideale Bodenreaktion zur Entwicklung der Rasengräser und zur Verhinderung des Moosbefalles. Das Maß für die Bodenreaktion ist der pH-Wert, wobei sich das H auf die Wasserstoffionen in der Bodenlösung bezieht. Je mehr davon im Boden vorhanden sind, desto geringer ist der pH-Wert, also desto saurer ist der Boden. Bei einer neutralen Bodenreaktion hat der Boden einen pH-Wert von 6,8 bis 7,2. Über 7,2 hat der Boden eine schwach bis stärkere alkalische Reaktion, während er unter 6,8 eine saure aufweist.

Für eine optimale Rasen-Entwicklung liegt der ideale pH-Wert im neutralen bis schwach sauren Bereich, also zwischen 6,0 und 7,0. Liegt der pH-Wert unter 6,0, so werden die Rasengräser geschwächt und der Moosbefall nimmt überhand – eine zusätzliche Kalkgabe ist zu empfehlen. (gug)