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Grundwasserschutz: Verschärfung der Düngemittelverordnung

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Die 2017 in Kraft getretene neue Düngemittelverordnung sorgt weiterhin für viel Diskussionsstoff und Meinungsverschiedenheit. In einem Länder- und Verbändegespräch stellten Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und Bundesumweltministerin Svenja Schulze weitere Anpassungen vor.

Die Verschärfung der Düngemittelverordnung findet nicht überall Zustimmung und bietet Diskussionsstoff. Foto: Dusan Kostic/ Fotolia

Die Nitratwerte in Deutschlands Grundwasser sind nach wie vor zu hoch und überschreiten EU-Richtlinien. Um hohe Strafzahlungen zu vermeiden, müsse die Düngemittelverordnung weiter angepasst werden. Daher sieht die Bundesregierung eine Verschärfung der Verordnung vor, die beim Treffen der Länder und Verbände diskutiert wurde. Vorgesehen seien laut Mitteilung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung eine Verlängerung der Sperrfristen für das Aufbringen von Düngemitteln in den besonders belasteten Gebieten auf Grünland und für das Aufbringen von Festmist von Huf- und Klauentieren und Komposte, eine Festschreibung von besonderen Vorgaben für das Ausbringen von Düngemitteln für Hangflächen bereits ab fünf Prozent Neigung, sowie den Nährstoffvergleich durch Aufzeichnungspflichten über die tatsächlich aufgebrachten Düngermengen zu ersetzen.

Zentralverband Gartenbau kritisiert Verschärfung der Düngemittelverordnung

Diese erneute Verschärfung der Düngemittelverordnung findet nicht in allen Bereichen der Grünen Branche Zustimmung. Besonders der Zentralverband Gartenbau kritisierte die aktuelle Anpassung in einer Mitteilung. „Allen Beteiligten muss bewusst sein, dass unter einer pauschalen Düngung unter Bedarf die Warenqualitäten leiden werden“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz nach dem Länder- und Verbändegespräch-Gespräch.

Wirkung der Düngemittelverordnung von 2017 abwarten

Der ZVG macht in einer Mitteilung nach dem Länder- und Verbändegespräch mit Klöckner und Schulze sein Unverständnis darüber deutlich, dass die Kommission nicht bereit sei, die Wirkungen der 2017 novellierten Düngeverordnung abzuwarten. Betriebe dürfen laut Mertz schließlich bei der Umsetzung der neuen Verordnung keinesfalls allein gelassen werden, zudem müssen die Besonderheiten des Gartenbaus in der Evaluierung berücksichtigt werden.

Neue Anpassungen werden Ende August EU-Kommission vorgestellt

Laut Mitteilung des Bundesministeriums werden Klöckner und Schulze die aktuellen Änderungen, die im Gespräch erläutert wurden, am 28. August der EU-Kommission und dem zuständigen EU-Umweltkommissar Vella in Brüssel vorstellen. Drohende Strafen sollen demnach möglichst abgewendet werden.