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Handel digitalisiert sich nur langsam

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Schleppende Digitalisierung: Jeder dritte stationäre Händler hat immer noch keine eigene Homepage. Auch die Investitionsfreude in digitale Modelle ist nicht besonders hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

Digitalisierung: Viele Händler sehen laut Bitkom noch nicht den Zusatzeffekt eines Online-Shops. Foto: Denys Prykhodov / Fotolia

Digitalisierung: 77 Prozent der Händler betrachten sich als Nachzügler

Den Ergebnissen der Erhebung nach sehen sich 77 Prozent der Befragten Händler als Nachzügler in der Digitalisierung. Wenngleich zwei Drittel der Umfrageteilnehmer den zunehmenden Einsatz von Online-Services als Chance sehen.

500 Unternehmen, die online und stationär im Einzel- und Großhandel tätig sind, nahmen an der Studie teil. 11 Prozent gaben an, keinen Internetauftritt zu besitzen. Isoliert betrachtet haben im stationären Handel sogar 36 Prozent keine eigene Homepage.

Bitkom: Credo „Handel ist Wandel“ hat Gültigkeit

„Kunden wünschen sich heute den smarten Store, in dem sie ein rundum vernetztes Einkaufserlebnis haben. Einige Händler halten mit den veränderten Kundenerwartungen noch nicht Schritt. Ziel muss sein, vom Getriebenen zum Gestalter des digitalen Wandels zu werden“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das alte Credo „Handel ist Wandel“ habe heute mehr Gültigkeit denn je.

„Viele Händler sehen den Online-Shop nicht als Chance für eine Erweiterung des Portfolios, etwa da sie Produkte dann nicht mehr alle einzeln im Ladengeschäft vorhalten müssen. Und ein viel zu großer Anteil hat die Online-Welt noch überhaupt nicht für sich entdeckt. Wer heute aber nicht digital ,handelt‘, verpasst schnell den Anschluss“, so Rohleder weiter. 71 Prozent der Befragten gaben an, online wie offline das gleiche Angebot ins Feld zu führen.

Digitalisierung: Keine große Investitionsfreude im Handel

Auch herrscht bei den befragten Händlern keine große Investitionsfreude, was die Digitalisierung angeht. Drei Viertel (76 Prozent) aller Befragten gaben 2016 weniger als zehn Prozent des gesamten Jahresumsatzes für die Digitalisierung aus. Nur drei Prozent der Händler investierten mehr. Sieben Prozent gaben an, gar nicht investiert zu haben. Auch bei ihren Planungen für das laufende Jahr wollen die Händler keine großen Sprünge machen.

„Digitalisierung gibt es nicht zum Nulltarif, aber sie lohnt sich. Die vielen neuen Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, müssen Händler ergreifen und mit ihnen einen Service anbieten, der den Kunden begeistert“, so Rohleder.