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Handel: Übernehmen bald Roboter Kundengespräche?

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Machen Service-Automaten Mitarbeiter im Handel bald überflüssig? „Roboter sind keine Jobkiller, die in naher Zukunft Menschen ersetzen werden“, sagt Experte Dr. Eugen Funk. Er sieht das Potenzial der Maschinen mehr in unterstützenden Tätigkeiten.

Service-Robotik wird momentan hauptsächlich in der Industrie eingesetzt, könnte aber auch bald im Handel Einzug halten. Foto: Pixabay

Service-Roboter hauptsächlich in der Industrie unterwegs

„Die Service-Robotik ist momentan hauptsächlich in der Industrie vorhanden“, erklärt Funk, Gründer und Geschäftsführer von Gestalt Robotics aus Berlin. Doch was denkt der Experte: Sollen Roboter wirklich autonom Dienstleistungen anbieten? „Ich sage hier klar nein, Roboter sollten allenfalls unterstützen“, so Funk. „Ein Roboter, der alles kann, ist Science-Fiction“, fügt er an.

Die Probleme beim derzeitigen Stand der Technik schildern sich beispielsweise wie folgt: Ein Händler möchte einen Roboter einsetzen, der durch den Markt fährt und Kaffee verkauft. „Allerdings müsste er derzeit noch Wegpunkte mit Laptop programmieren und das wäre zu umständlich. Diesen Roboter würde der Betreiber schon nach wenigen Tagen zurückgeben, da der Aufwand zum Nutzen in keinem Verhältnis steht. Wir brauchen Maschinen, die auf Sprache oder Gesten reagieren“, analysiert Funk.

Aktuelle Industrieroboter merken sich etwa die Bewegung eines Fingers, der auf einem Tablet-Bildschirm umherstreicht und ihnen den zukünftigen Bewegungsablauf angibt, um bestimmte Prozesse durchführen zu können.

Transport-Roboter auch im Handel denkbar

In der Industrie werden laut Funk bereits auch autonome Transportroboter eingesetzt, die dank Programmierung und entsprechenden „Leitplanken“ wie Magnetstreifen auf dem Boden sehr genau eine Route von A bis B fahren können. Autonomes Fahren heiße hier nicht, dass die Maschine selbstständig ihre Wege wählt. Allerdings ist auch eine zusätzliche Programmierung per Software möglich, die über ein Tablet gesteuert wird. Dann kann der Roboter zusätzliche „Bahnhöfe“ anfahren und bestimmte Aktionen ausführen, etwa sich für eine bestimmte Zeit seine Akkus aufladen.

„Ähnliche Systeme könnten auch bald im Handel eingesetzt werden. Sie helfen bei der Automatisierung der logistischen Prozesse im Lager, hier steht die Steigerung der Flexibilität und Effizienz und helfen so, schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können“, so Funk. Auch könnten Roboter in Kombination mit Kamerasystemen dabei helfen, eine automatisierte Inventur durchzuführen.

Roboter, die Produkte am Point of Sale bewerben

Ebenfalls denkbar: „Der Roboter könnte im Markt etwa den Weg zu einem Produkt zeigen und dieses bewerben. Er ist wie ein modernes Werkzeug anzusehen, das einem im besten Fall einen Vorsprung vor dem Wettbewerb verschafft. Die Technologie ist allerdings momentan noch sehr abstrakt. Sie erklärt sich nicht so einfach wie der Nutzen eines Schraubendrehers“, erklärt der Experte. Der Effekt auf einen möglichen Kaufabschluss durch den Kunden sei hier wesentlich höher anzusiedeln, als der eines Plakates, das in zwanzig bis fünfzig Metern auf das entsprechende Produkt hinweist.

„Wenn Roboter sehen und denken können – zur Zukunft der Robotertechnik und wie der Handel davon profitieren kann“ – Dr. Eugen Funk, Gründer und Geschäftsführer Gestalt Robotics referierte am 3. September im Forum Gartencafé auf der TASPO-Bühne im Rahmen der spoga+gafa 2018. Die besten Szenen aus dem Vortrag erleben Sie noch einmal in unserem Video.