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Havarie im Suezkanal: Gartenmarkt befürchtet Engpässe

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Am 23. März geriet das Containerfrachtschiff „Ever Given“ im Suezkanal in eine Havarie und blockierte die wichtige Handelspassage über mehrere Tage. Auch Auswirkungen auf den Gartenmarkt seien laut IVG zu befürchten, da die Blockade der Route für zusätzliche Herausforderungen bei der sowieso bereits angespannten Liefersituation sorgen werde.

Die "Ever Given" von der Reederei Evergreen blockierte den Suezkanal für insgesamt sechs Tage. Symbolfoto: David Dibert/ pexels

Stau von 400 Schiffen auf Suezkanal

Ein Sandstrum sorgte dafür, dass die „Ever Given“ im Suezkanal auf Grund lief und den engen Kanal tagelang blockierte. Erst am 29. März 2021 konnte das Containerfrachtschiff frei geschleppt werden, bis dahin hatte sich bereits ein Stau von 400 Schiffen gebildet. Medienberichten zufolge entstanden Ägypten dadurch Einnahmeeinbußen in Höhe von rund 15 Millionen Euro pro Tag durch ausbleibende Kanalgebühren. Die weltweit verursachten Kosten durch die Havarie werden zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar geschätzt. Auch hierzulande sei mit negativen Auswirkungen zu rechnen, wie der Industrieverband Garten (IVG) berichtet. Vor allem betroffen seien viele importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln. Die Unternehmen haben bereits seit Monaten mit fehlenden Containern und Personalmangel aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen. Zudem seien die Import- und Exportfrachtraten in diesem Zusammenhang auch enorm gestiegen.

Massive Lieferengpässe und explodierende Frachtpreise

Demnach sei keine Entspannung der ohnehin schon angespannten Lage im globalen Frachtverkehr zu erwarten.  Gerade Unternehmen, die ihre Waren in China und im übrigen Asien einkaufen, hatten bereits vor der Havarie mit massiven Lieferengpässen, -verspätungen und mit explodierenden Frachtpreisen zu kämpfen. Es fehle an allen Ecken und Enden an notwendigen Leer-Containern, zudem werden die Schiffe aufgrund von Corona-Einschränkungen und verschärften Sicherheitsvorkehrungen mit weniger Personal in den Häfen langsamer abgefertigt. Aufgrund der starken Nachfrage haben Länder wie China und Vietnam zwar die Produktion verstärkt, doch stehen vor Ort nicht ausreichend leere Container zur Verfügung, um die Waren nach Europa zu verschiffen. Die Container stehen an Orten, wo sie zurzeit nicht gebraucht werden und müssten mit teuren Leerfahrten zurück nach Asien gebracht werden, um dort mit den benötigten Waren beladen zu werden. Diese Situation wird jetzt noch einmal durch die Schiffe verschärft, die nach der Suezkanal-Blockade in den europäischen Häfen erwartet werden. Eine Gesamtmenge von 44 Millionen Container sei demnach nicht ausreichend. Die Nachfrage am Markt könne wohl nur mit mindestens zehn Prozent mehr Containern abgedeckt werden, so der IVG.

Preisanpassungen auf Dauer nicht zu vermeiden

Weil derzeit so viele Container fehlen, explodieren die Preise und es sein mit erhöhten Frachtraten von bis zu 400 Prozent zu rechnen. Insbesondere die mittelständischen Importeure von Garten- und Baumarktartikeln seien vor große Probleme gestellt. Die bestehende Preiskalkulation der Unternehmen sei demnach aktuell ein Verlustgeschäft, je nach Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel. Daher befürchten der IVG, sowie der Herstellerverband Haus und Garten (HHG) Preisanpassungen einzelner Artikel.

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