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HDE fordert bessere Überbrückungshilfen

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Deutschland befindet sich mindestens bis Ende Januar im harten Lockdown. Besonders betroffen ist der Einzelhandel, der bundesweit schließen musste. Laut einer aktuellen Trendumfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) reichen die aktuellen Hilfeleistungen der Bundesregierung nicht aus, um Insolvenzen zu vermeiden.

Der Handelsverband Deutschland fordert auf Grundlage seiner Umfrageergebnisse bessere Überbückungshilfen. Foto: Nattanan Kanchanaprat/ Pixabay

Für 80 Prozent reichen derzeitige Hilfsmaßnahmen nicht

Für den Einzelhandel könnte das Jahr 2021 in einem Fiasko enden. Der HDE zeigt im Zusammenhang mit den aktuell im Lockdown geltenden Regelungen und Schließungen des Einzelhandels düstere Prognosen aus. Demnach hat der Verband eine Trendumfrage unter 1.500 Händlern gemacht, die verdeutlichen soll, wie prekär die Lage wirklich ist. Demnach haben rund 80 Prozent der Unternehmen angegeben, dass sie davon ausgehen, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung ausreichen. Knapp 60 Prozent der Unternehmen in den deutschen Innenstädten stehen ohne weitere staatlichen Hilfen laut den Ergebnissen vor dem Aus.

Forderung nach Anpassung der Überbrückungshilfen

Vor dem Hintergrund der deutlichen Ergebnisse der Trendumfrage hat der HDE eine dringende Anpassung der Überbrückungshilfen durch den Bundesfinanzminister gefordert. „Wenn Minister Scholz die in Aussicht gestellten Überbrückungshilfen jetzt schnell überarbeitet und die Beantragungskriterien besser an die Lage des Einzelhandels anpasst, dann gibt es noch eine Chance, das Schlimmste zu verhindern. Ansonsten droht 2021 für viele Handelsunternehmen und in der Folge auch für ganze Innenstädte zu einem Katastrophenjahr zu werden“, warnt Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer. Die Ergebnisse der vorliegenden Umfrage zeigen deutlich, dass die Hilfen nicht ankommen. Das führt dazu, dass viele der befragten Unternehmen bereits jetzt pessimistisch auf das neue Jahr blicken. 23 Prozent rechnen sogar damit, dass sie ohne weitere staatliche Unterstützung bereits im ersten Halbjahr aufgeben müssen. Für das zweite Halbjahr liegt dieser Wert sogar bei weiteren 28 Prozent.

„Politik muss zu wirtschaftlichen Folgen und eigenen Versprechen stehen“

Zu der schlechten Stimmung trug auch ein deutlich unter dem Normalmaß liegendes Weihnachtsgeschäft bei. In einigen Bereichen lagen die Umsätze im November ein Drittel, im Dezember gar bis zu 44 Prozent unter den Vorjahreswerten. „Hohe Umsatzverluste im für viele Händler überlebenswichtigen Weihnachtsgeschäft bringen zahlreiche Unternehmen unverschuldet in eine prekäre Situation“, erklärt Genth weiter. Zwar unterstütze man die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, dennoch müsse dafür Sorge getragen werden, dass die unter den Schließungen leidenden Unternehmen wirksam unterstützt werden. „Die Politik muss jetzt zu den wirtschaftlichen Folgen und den eigenen Versprechen stehen. Wegducken und Aussitzen geht nicht.“

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