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Weniger Saisonkräfte aus Polen vermittelt

Der Frost und der Winter gehen, der Spargel kommt. Zur Eröffnung der Saison, die in diesem Jahr im Rheinland wohl unverzögert vor Ostern beginnt und im Süden und Osten verspätet, beispielsweise auf Rügen zum 1. Mai eröffnet wird, werden aber auch wieder Saisonkräfte gebraucht, um den Spargel zu stechen.

Die TASPO hat deshalb bei der Zentralestelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) die Zahl der angeforderten ausländischen Saisonkräfte und bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Bereitschaft hiesiger Arbeitsloser, für Saisonarbeit ernsthaft bereitzustehen, erfragt. Schließlich sieht die seit Jahreswechsel geltende und inzwischen entschärfte neue Eckpunkteregelung zur Zulassung von mittel- und osteuropäischen Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft unter anderem vor, dass zehn Prozent des bisherigen Kontingents durch inländische Arbeitssuchende ersetzt werden soll.

Für das Jahr 2005 gab es nach den Zahlen der ZAV für ausländische Saisonarbeitnehmer 320383 (2004: 324034) Arbeitserlaubnisverfahren, davon 301738 für die Landwirtschaft (Rest Hotel- und Gasstättenbereich, HOGA). Vorgabe durch die neuen Eckpunkte ist, die Gesamtzahl vom Jahr 2005 um zehn Prozent, also rund 32 000 inländische Vermittlungen zu senken.

Nach den aktuellen Zahlen der ZAV für 2006 gab es von Januar bis März 101138 Arbeitserlaubnisverfahren für ausländische Saisonarbeitnehmer und somit 11,1 Prozent weniger als 2005. Darunter waren 96407 für den Bereich Landwirtschaft und darunter wiederum 95408 namentlich angeforderte.

Unterdessen gehen die Bemühungen der Bundesagentur für Arbeit und ihrer Regionalagenturen weiter, auch inländische Arbeitslose in Saisonbeschäftigungen zu vermitteln. Wie die Behörde mitteilte, haben die regionalen Agenturen inzwischen einen Pool von bundesweit rund 30000 (Stand Anfang Woche 14, Mitte März waren es nur 15000) Arbeitslosen zusammenbekommen, die ernsthaft an einer Saisonbeschäftigung interessiert sind.

Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) ausführt, unterstützt dieser die BA dabei, mehr deutsche Arbeitslose auf die Felder zu bringen. So hätten die Kreisverbände in Regionen mit hohem Saisonkräftebedarf bei der Gemüse- und Obst- oder Weinernte mit den Arbeitsagenturen in den vergangenen Wochen Infoveranstaltungen, Jobbörsen, die Trainigsmaßnahmen sowie Eingliederungshilfen durchgeführt. Diese Veranstaltungen sind laut DBV gut besucht gewesen. Aber in einem Fall hätten bei 1 000 Interessierten nur 200 einen Vertrag unterschrieben, so dass insgesamt zu wenig Arbeitslose als Erntehelfer zur Verfügung ständen.