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Herbizid Dicamba: Millionen-Strafe für Bayer und BASF?

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Neuem Ärger mit der amerikanischen Justiz sieht sich Bayer derzeit ausgesetzt. Nachdem die Zahl der Klagen wegen der angeblichen Krebsgefahr von Glyphosat in den USA zuletzt noch einmal drastisch gestiegen war, hat eine US-Jury den Chemiekonzern jetzt wegen des Herbizids Dicamba zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt. Mit am Pranger steht dieses Mal auch BASF.

Dicamba kommt unter anderem als Herbizid im Soja-Anbau zum Einsatz. Foto: Pixabay

Bayer und BASF sollen 265 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen

Insgesamt 265 Millionen US-Dollar (etwa 245 Millionen Euro) sollen die beiden Agrarriesen Medienberichten zufolge dieses Mal zahlen – an einen Pfirsichbauern aus Missouri. Bill Bader, so der Name des Klägers, macht Bayer und BASF demnach für Ernteverluste verantwortlich, die er durch den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Dicamba auf benachbarten Feldern erlitten habe.

Der von der Bayer-Tochter Monsanto entwickelte Wirkstoff wird unter anderem in dem von BASF auf den Markt gebrachten Herbizid Engenia eingesetzt, das speziell zur Bekämpfung von Unkräutern in bis dato Dicamba-toleranten Sojabohnen und Baumwolle dienen soll. Auch auf den in unmittelbarer Umgebung zu Baders Pfirsich-Plantage gelegenen Feldern soll das Herbizid zum Einsatz gekommen und von dort auf seine Obstbäume geweht worden sein.

Dicamba-Abdrift soll für Verlust von 30.000 Pfirsichbäumen verantwortlich sein

30.000 Bäume will der Farmer aus Missouri auf diese Weise verloren haben, wie es Medienberichten zufolge heißt, weil die Abdrift seine Pflanzen habe absterben lassen. 21 Millionen US-Dollar Schaden machte Bader deshalb geltend und bekam vom Bezirksgericht in Cape Girardeau im US-Bundesstaat Missouri Recht. 265 Millionen US-Dollar – 15 Millionen Dollar Schadensersatz sowie zusätzlich 250 Millionen Dollar Strafschadensersatz – sollen Bayer und BASF insgesamt zahlen, wie die Geschworenen am 15. Februar entschieden haben.

Das Urteil ist Medienberichten zufolge das erste in einer Rehe laufender Dicamba-Verfahren. Ein US-Sprecher von Bayer habe aber bereits angekündigt, dass der Konzern Berufung gegen die Gerichtsentscheidung einlegen wolle, weil nicht Dicamba für die Ernteverluste des Pfirsichbauern verantwortlich sei. Vielmehr seien Hagel und später Frost für die erlittenen Schäden verantwortlich, wie die Anwälte der beklagten Chemiekonzerne argumentierten.

BASF: Dicamba bei korrekter Anwendung sicher

Auch BASF erklärte unmittelbar nach der Urteilsfällung, mit allen verfügbaren Rechtsmitteln gegen die Jury-Entscheidung vorgehen zu wollen. Dicamba sei ein breit wirksamer Herbizid-Wirkstoff und ein wichtiges Werkzeug für Landwirte im Kampf gegen resistente Unkräuter, so das in Ludwigshafen ansässige Unternehmen. Bei korrekter Anwendung gemäß den Anweisungen auf dem Etikett und den Vorgaben zur Produktverantwortung sei das Herbizid absolut sicher, ist BASF überzeugt.

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